Greenmag Redaktion

KW4: Grüne Woche – Streit ums Grundsätzliche, World Risiko Report des Weltwirtschaftsforums, Tempolimit für den Klimaschutz?, Diät für zehn Milliarden Menschen

NACHRICHTEN
Grüne Woche: Streit ums Grundsätzliche. Unter dem Motto „Wir haben Agrarindustrie satt!“ demonstrierten mehrere Tausend Menschen in Berlin gegen die Agrarpolitik der EU. Die Demonstranten forderten einen besseren Schutz von Umwelt und Tieren. Anlass der Demo war die Landwirtschaftsmesse „Grüne Woche“ in Berlin. Die Teilnehmer übergaben zu Anfang eine Protestnote an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und die versammelten 70 Agrarminister aus aller Welt. Sie fordern eine zukunftsfähige EU-Agrarreform, eine Abkehr von pauschalen Flächensubventionen sowie eine Unterstützung für eine klimaschonende und umweltfreundliche bäuerliche Landwirtschaft mit artgerechter Tierhaltung. Rund 100 Organisationen aus der Landwirtschaft, der Entwicklungspolitik sowie dem Umwelt- und Tierschutz unterstützten den Aufruf. Jährlich werden in der EU rund 60 Milliarden Euro an EU-Agrargeldern ausgeschüttet, wovon der Großteil als pauschale Subventionen je Hektar Fläche gezahlt wird. Dies gehe gegen die Interessen von kleineren Betrieben, die mit geringeren Subventionen auskommen müssen. Anstelle der industriellen Landwirtschaft wird eine auf ökologischen Prinzipien basierende Agrarpolitik gefordert.
zeit.de
Allianz gegen Plastikmüll. Am Mittwoch haben knapp 30 Konzerne aus der Chemieindustrie in London eine Allianz gegen Plastikmüll ins Leben gerufen. Laut dem Verband der Chemischen Industrie (VCI) sollen in den nächsten fünf Jahren rund 1,5 Milliarden Dollar in Projekte investiert werden, die das Sammeln, Recyceln und die Wiederverwertung von Plastikmüll zum Ziel haben. Zudem soll das Geld in Reinigungsaktionen und Informationen fließen. Als deutsche Unternehmen sind in der Allianz die Unternehmen BASF, Covestro und Henkel vertreten. Hans Van Bylen, Vorstandsvorsitzender von Henkel und Präsident des VCI sagte, dass Kunststoffe leistungsfähig, vielseitig einsetzbar und ressourcenschonend seien und auf keinen Fall als Abfall ins Meer oder in die Umwelt gelangen dürften. Die „Allianz gegen Plastikmüll in der Umwelt“ wolle sich zunächst auf Regionen konzentrieren, die hauptsächlich für Plastikmüll in den Meeren verantwortlich seien: Asien-Pazifik und Afrika.
faz.net
World Risiko Report des Weltwirtschaftsforums. Der aktuelle Global Risk Report des Weltwirtschaftsforums (WEF) zeichnet ein düsteres Bild für die Zukunft. Naturkatastrophen, Datenkriminalität, Cyber-Attacken, menschengemachte Umweltkatastrophen und umfangreiche unfreiwillige Migration sollen auf die Menschheit zukommen. Die 107-seitige Studie beginnt mit der Frage „Schlafwandelt die Welt in eine Krise?“. Den Ergebnissen der Studie zufolge scheint diese Frage angebracht, denn der WEF stellte fest, dass der kollektive Wille, sich diesen Problemen zu stellen, schwindet, und die Spaltung stattdessen zunimmt. Das Risiko des Klimawandels wird lediglich übertroffen vom Gefahrenpotenzial, das durch den Einsatz von Massenvernichtungswaffen ausgeht. Traditionell stellt das Weltwirtschaftsforum den Weltrisikobericht rund eine Woche vor Beginn der Jahrestagung im schweizerischen Davos vor.
wiwo.de
Schülerstreik für den Klimaschutz. Die Sorge ums Klima treibt Deutschlands Teenager auf die Straßen. In rund 50 deutschen Städten haben sich Schüler zu Streiks zusammengetan. Die Jugend ist umweltpolitisch so interessiert wie selten zuvor. Dem Beispiel der schwedischen Schülerin Greta Thunberg, die an Freitagen für den Umweltschutz protestiert, statt in die Schule zu gehen, hat sich in Deutschland das Bündnis „Fridays for Future“ gebildet. Jugendforscher Klaus Hurrelmann von der Hertie School of Governance stellt fest, dass Deutschlands Teenager das Thema Umweltschutz seit langem am meisten interessiert. Die Zahlen von Umweltverbänden spiegeln das gewachsene Umweltbewusstsein der Jugend wider. Beim WWF sind bundesweit rund 12.000 Jugendliche aktiv.
dw.com
Tempolimit für den Klimaschutz? Eine Regierungskommission, in der unter anderem die IG Metall, der ADAC, die Bahn sowie Umweltverbände vertreten sind, hat ein bei Deutschen besonders umstrittenes Thema wieder in die Diskussion gebracht – ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Ziel ist es, die Umwelt durch verminderte CO2-Emissionen zu schützen, wenn der Verkehr nur noch mit maximal 130 Stundenkilometern durch Deutschland schnellt. Die Bundesregierung hat sich in dieser Angelegenheit bisher nicht positioniert, Regierungssprecher Steffen Seibert gab bekannt, dass man bis Ende Februar das weitere Vorgehen mit Blick auf ein Klimaschutzgesetz abstimmen wolle. Verkehrsminister Andreas Scheuer lehnte die Überlegungen bisher kategorisch ab.
tagesschau.de
Strukturwandel Kohleausstieg mit goldenem Handschlag n-tv.de
Kawenzmänner im Anmarsch Höhere Wellen durch wärmeres Klima klimareporter.de
#10yearchallenge Bittere Bilder aus der Natur watson.ch
Pionier des Umweltjournalismus Horst Stern verstirbt im Alter von 96 Jahren tagesschau.de
ZAHL DES TAGES
Die 26 reichsten Milliardäre der Welt haben zusammen mehr Vermögen als die 3,8 Milliarden ärmsten Menschen der Welt. Dies geht aus Oxfams aktuellem Jahresbericht hervor.
dw.com
ZITAT
„Von allen Risiken ist es bei der Umwelt am offensichtlichsten, dass die Welt in eine Katastrophe steuert.“
So heißt es im aktuellen Global Risk Report des Weltwirtschaftsforums. Dort werden Wetterextreme als das größte Risiko für die Welt angeführt.
augsburger-allgemeine.de
HINTERGRUND
Diät, die alle satt macht – Speiseplan für zehn Milliarden Menschen. Eine Kommission aus 37 renommierten Wissenschaftern hat nun den idealen und in jeder Weltregion umsetzbaren Speisezettel aufgestellt, um Klima, Umwelt und Ressourcen zu schützen. Aufgrund dieser Speisepläne könnte sogar eine Weltbevölkerung von 10 Milliarden Menschen ernährt werden, ohne dass die ökologische Stabilität in Gefahr geriete. Dafür ist jedoch insbesondere in den Industrieländern eine radikale Ernährungsumstellung notwendig. Auf dem Speiseplan stehen pro Tag unter anderem 43 Gramm Fleisch, 500 Gramm Gemüse und Obst und 125 Gramm Hülsenfrüchte und Nüsse pro Person. Derzeit verzehrt der Durchschnittsdeutsche täglich rund 165 Gramm Fleisch. Weltweit müsste der Konsum roten Fleischs, also Rind, Schwein und Lamm, um 50 Prozent reduziert werden, um das Ziel einer global gesunden und nachhaltigen Ernährung zu erreichen.
nzz.ch
Deutscher Dreck an Malaysias Stränden. Deutsche Haushalte produzieren jährlich hunderttausende Tonnen Plastikabfall. Ein großer Teil davon landet im Ausland, wie zum Beispiel in Malaysia, wo das Plastik die Strände vermüllt. Insgesamt etwa 686000 Tonnen Altplastik hat der Staat Malaysia nach UN-Angaben von Januar bis Oktober 2018 aus dem Ausland importiert. Der größte Lieferant sind die Vereinigten Staaten, Deutschland nimmt nach Japan den dritten Platz ein. In Jenjarom, einem Distrikt westlich der Metropole Kuala Lumpur, formiert sich nun Widerstand gegen die Berge aus Plastikmüll aus aller Welt. Nicht verwertbare Abfälle werden angezündet, meist nachts, die giftigen Dämpfe rauben den Bewohnern den Schlaf. Mittlerweile ist Malaysia zum wichtigsten Importland für Plastikabfälle geworden.
projekte.sueddeutsche.de
Wen macht die Banane krumm? In deutschen Discountern ist ein Kilo Bananen für weniger als ein Euro keine Seltenheit. Bananen müssen monatelang reifen, gepflückt, gewaschen und über den Ozean transportiert werden, bevor sie in speziellen Anlagen nachreifen und verkauft werden können. Für die Produzenten bleibt da nichts mehr übrig. Obwohl Oxfam seit Jahren die Missstände anprangert, stammt nur jede zehnte in Deutschland verkaufte Banane aus fairer Produktion. Der Discounter Lidl will nun von Billigbananen auf fair produziertes Obst umsteigen, doch sollte Lidl damit der einzige Supermarkt bleiben, hat das Unternehmen ein Problem. Verbraucher sind oft nicht bereit, höhere Preise für Bananen auszugeben. Ein nachhaltiger Anbau von Bananen wäre ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der Klimaziele und zur Bekämpfung von Armut. Der Handel trägt da eine besondere Verantwortung.
sueddeutsche.de
KOMMENTAR
Stephan Börnecke, Umwelt- und Ernährungsexperte, schreibt in der Frankfurter Rundschau über eine verfehlte Agrarpolitik der öden Äcker. Die Artenvielfalt gehe zurück, die Verantwortlichen reagieren jedoch kaum.
fr.de
FOTO DER WOCHE

Greenpeace warnt mit einem großen Thermometer vor dem Kraftwerk Niederaußem und unterstreicht damit die Forderung nach einem Ausstieg aus der Kohleverstromung.
Foto: Greenpeace
TIERISCH
Romeo und Julia bei den Amphibien. Hoffen auf ein Happy End für den Sehuencas-Wasserfrosch.
traunsteiner-tagblatt.de
KINO
Ailos Reise. Der französische Regisseur Guillaume Maidatchevsky begleitete ein Jahr lang ein neugeborenes Rentier durch die eisigen Weiten Lapplands und stellt sich damit in die Tradition der Tier-Dokumentation nach Jamie Uys mit „Die lustige Welt der Tiere“. Ohne falsche Niedlichkeit wird ein optisch herausragendes Portrait der Landschaft und der Tiere des Nordens gezeichnet. Geeignet für Groß und Klein gleichermaßen.

filmstarts.de
NICHT MEHR GRÜN
Schlechte Nachrichten für Kaffeeliebhaber. Auf Kaffeliebhaber könnten harte Zeiten zukommen, denn der Klimawandel bedroht die braunen Bohnen. Der britische Botaniker Aaron Davis verbrachte 30 Jahre mit der Aufzeichnung des Schicksals einer Pflanze, die viele interessieren dürfte – Kaffee. Davis hat festgestellt, dass es aufgrund des Klimawandels in den typischen Anbaugebieten, wie beispielsweise Äthiopien, immer schwieriger wird, Kaffee anzubauen. Von den 124 Kaffeespezies der Welt sind 60 Prozent vom Aussterben bedroht. Dabei handelt es sich insbesondere um die wilden Kaffeespezies. Zwar wird der Großteil dieser Pflanzenarten nicht für den Kaffeekonsum angebaut, sie sind jedoch maßgeblich für ein funktionierendes Ökosystem und somit für einen guten Ertrag der Kaffeebauern mitverantwortlich.
nytimes.com

KW3: Bund und Heinrich-Böll-Stiftung legen Agraratlas vor, BMEL-Ernährungsreport 2019, EU beschließt Ökodesign-Richtlinie, neues Verpackungsgesetz, Kohle-Gipfel im Kanzleramt

NACHRICHTEN
Grüne Woche ante portas: Bund und Heinrich-Böll-Stiftung legen Agraratlas vor. 2021 beginnt in der EU die neue Förderperiode für die Landwirtschaft. Dass dort Bedarf an einer Reform besteht, darüber sind sich die Bürger einig. Rund die Hälfte von ihnen findet, dass landwirtschaftliche Betriebe zusätzlich honoriert werden sollten, wenn sie besondere Leistungen für Umwelt-, Wasser- und Naturschutz erbringen. Drei Viertel fordern besondere Unterstützung für mittlere und kleine Betriebe und ein großer Teil sieht das Höfesterben in Deutschland als großes Problem. Jedoch gibt es im Bundeslandwirtschaftsministerium Widerstände gegen Reformen. Die rund 60 Milliarden Euro an Landwirtschaftsfördermitteln sollen nach dem Willen des Bundes für Umwelt und Naturschutz radikal umverteilt werden. Dafür wurde nun der Agraratlas 2019 vorgelegt – er zeigt,  wo Gelder für die Landwirtschaft derzeit hinfließen. Nachhaltigkeit und Artenvielfalt sollen mehr im Fokus stehen.
sueddeutsche.de
Ernährungsreport 2019. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat den Ernährungsreport 2019 heraus gebracht. Darin zeigt sich ein paradoxes Bild: 9 von 10 Deutschen gaben an, dass ihnen gesunde Ernährung wichtig sei. Was dann auf dem Teller landet, ist allerdings eine andere Sache. Laut Ernährungsministerin Julia Klöckner liegen Fertiggerichte nämlich voll im Trend. Zwar sei Geschmack beim Essen das wichtigste Kriterium, 99 Prozent der Befragten wollen darauf besonderen Wert legen. Aber auf Fleisch wollen die wenigsten verzichten, und auch die Zubereitung muss schnell und einfach sein. Jeder Fünfte greift täglich zu Süßigkeiten und jeder Zehnte kocht nie. Die gute Nachricht: Fast die Hälfte der Befragten gab an, beim Einkauf auf Bio-Siegel zu achten.
spiegel.de
EU beschließt Ökodesign-Richtlinie. Die EU-Kommission und Mitgliedsstaaten haben sich auf neue Ökodesignanforderungen für Waschmaschinen, Kühlschränke, Leuchtmittel, Fernseher und Geschirrspüler geeinigt. Mit Hilfe der neuen Anforderungen sollen Haushaltsgeräte ressourcenschonender werden. Neben einer längeren Lebensdauer verspricht die Regelung auch eine bessere Recyclingfähigkeit. Irmela Colaco vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland begrüßt die neue Regelung, da so der Verbrauch begrenzter Ressourcen eingedämmt würde. Kritisiert werden jedoch die Anforderungen zur Reparierfähigkeit der Geräte. Umweltverbände bemängeln, dass diese nicht konsequent genug umgesetzt sein – der Wegwerftrend würde so nur bedingt umgekehrt werden.
vzbv.de
Das neue Verpackungsgesetz. Rund 220 Kilogramm pro Kopf und Jahr fallen in Deutschland an Verpackungsabfällen an. Wir sind damit europäischer Spitzenreiter. Gute Neuigkeiten also, dass ab Januar das neue Verpackungsgesetz in Kraft getreten ist. Das Gesetz macht sich ehrgeizige Ziele, es soll helfen, dass mehr Verpackungen eingesammelt und recycelt werden. So soll der Anteil des recycelten Abfalls schrittweise bis 2022 erhöht werden, wie zum Beispiel beim Plastik, dessen Recyclingquote von 36 auf zunächst 58,5 und dann auf 63 Prozent steigen soll. Auch sollen ab diesem Jahr 70 Prozent aller Getränke in Mehrwegverpackungen verkauft werden. Verpackungen sollen zudem Recyclate enthalten – Stoffe, die beim Recyceln entstanden sind. Der VKU kritisiert, dass keine Verpflichtung zur Verwendung von Recyclaten besteht. Die DUH kritisiert die niedrigen Lizenzentgelte, welche Hersteller für die Entsorgung ihrer Verpackungen an duale Systeme zahlen müssen.
faz.net
Kohle-Gipfel im Kanzleramt. Am Dienstag findet im Kanzleramt das Spitzentreffen zum Kohleausstieg statt. Zu 19 Uhr hat Kanzlerin Merkel mehrere Bundesminister, die Chefs der Kohlekommission sowie die Regierungschefs der Kohle fördernden Lände eingeladen. Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen erhoffen sich von dem Treffen verbindliche und konkrete Zusagen für den Strukturwandel in den Braunkohleregionen. Dafür soll bis Ende Januar ein Konzept für den Ausstieg aus der Stromgewinnung aus Braun- und Steinkohle in Deutschland vorliegen. Klimaschutz sowie die Erhaltung von Arbeitsplätzen sollen dabei in Einklang gebracht werden. Bisher hatte man sich auf kein Konzept einigen können. Der Kohlekommission sind bei Zusagen für Finanzhilfen allerdings die Hände gebunden – die Hoheit über den Bundeshaushalt liegt beim Bundestag.
lr-online.de
Ökotrends der Bundesliga Mehr Sein als Schein? augsburger-allgemeine.de
Hawaii Letzte Schnecke ihrer Art gestorben theguardian.com
Nashorn-Luftfracht Film zeigt abenteuerliche Reise zeit.de
Hund, Katze, Maus Die Ökobilanz von Haustieren fr.de
ZAHL DES TAGES
Es wird weiter geschummelt: Durchschnittlich 39 Prozent mehr Sprit als angegeben verbrauchen Neuwagen, wie aus einer Studie der Umweltorganisation International Council on Clean Transportation (ICCT) hervor geht. Daran scheinen auch Umweltvorgaben und Abgasskandale nichts geändert zu haben.
spiegel.de
ZITAT
„Der Vielfalt des Lebens einen Geldwert zu geben, ist ein sicherer Weg, sie zu töten.“
Edward O. Wilson, Zoologieprofessor an der Harvard University und dreifacher Pulitzerpreisträger, debattiert mit der Meeresbiologin Antje Boetius in Die Zeit über Klimalösungen.
zeit.de
HINTERGRUND
Ozeane erwärmen sich schneller als erwartet. Es gehört zum Geschäft des Weltklimarat IPCC, seine Prognosen laufend zu korrigieren. Dieses Mal war es jedoch eine besonders beunruhigende Korrektur: Die Ozeane erwärmen sich viel schneller als erwartet. Den neuen Veröffentlichungen aus dem Science Mag zufolge waren die vergangenen drei Jahre allesamt die heißesten seit Beginn der Messungen. Das Problem ist, dass die Meere ein sehr träges Speichermedium sind und überschüssige Energie und Wärme, die beim Klimawandel entsteht, speichern. An ein schnelles Abkühlen ist also garnicht zu denken. Verglichen mit den sechziger Jahren hat sich die Aufheizung der Meere inzwischen um vierzig Prozent verstärkt – Tendenz weiter steigend.
faz.net
Vermögensverwaltung: Geld bewegt die Umwelt. Werner Hedrich ist Chef der deutschen Globalance Invest. Nach eigenen Angaben handelt es sich bei dem Unternehmen um den weltweit ersten Vermögensverwalter, der das Geld seiner Kunden so anlegt, dass es im Einklang mit dem Ziel der Weltklimakonferenz steht, die globale Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Hedrich stellte fest, dass viele Anleger nicht wissen, wie ihre Geldanlagen Gesellschaft und Umwelt beeinflussen. Mit Hilfe eines ökologischen Fußabdrucks soll den Anlegern dies deutlicher vor Augen geführt werden. Hedrich schaut ganz genau hin, mit welchen Unternehmen Globalance Invest zusammen arbeiten soll. So sind beispielsweise Unternehmen, die Atomkraftwerke betreiben oder auf fossile Brennstoffe setzen, tabu.
sueddeutsche.de
Die weiße Seite des Klimawandels. Eine Folge des Klimawandels sind steigende Temperaturen. Dass dabei aber auch langanhaltender, meterdicker Schneefall vorkommen kann, wie das derzeit im Süden Deutschlands und in den Alpen der Fall ist, sollte viele überraschen. Ursache dafür ist die extreme Erwärmung des hohen Nordens und die Aufheizung der Ozeane. Die Arktis erwärmt sich seit Jahrzehnten sehr viel schneller als die südlicheren Regionen. In Folge werden Luftströmungen zwischen Nord und Süd blockiert, Wetterphänomene setzen sich regelrecht fest.
faz.net
Eine Alternative zur „Fast Fashion“. Die Branche um Second Hand Kleidung erfährt einen regelrechten Boom. In Berlin und Hamburg sind die Preise für gebrauchte Kleidungsstücke in den letzten Jahren um rund 50 Prozent gestiegen. Selbst in kleineren Städten wie Bielefeld erfreuen sich Händler des guten Geschäfts: Das muffige Öko-Image, das Secondhand lange umwehte, ist längst der Massentauglichkeit gewichen. Secondhand gilt heute vor allem unter jungen Leuten als modisches Statement, auch der Umwelt zuliebe.
spiegel.de
KOMMENTAR
Banken als Klimaretter. Hans Joachim Schellnhuber, Gründer des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, äußert sich in der Frankfurter Rundschau zur Rolle des Bank- und Finanzsystems bei der Abkehr vom Klimawandel. Kritische Kipp-Punkte könnten schon bald erreicht sein – Banken könnten durch gezielte Maßnahmen unterstützend eingreifen.
fr.de
FOTO DER WOCHE
Eishockey-Referees im Panda Look. Die Deutsche Eishockey Liga macht sich weiter für den Tierschutz stark: Ab sofort werden alle DEL-Schiedsrichter auf ihren Trikots den WWF-Panda auf der Brust tragen.

© Copyright: AS Sportfoto / Soerli Binder
 
www.ran.de
TIERISCH
Fliegende Belugawale. Im kommenden Frühling wird sich ein Flugzeug mit einer besonderen Fracht auf den langen Weg von China nach Island machen. An Bord werden sich zwei Belugawale befinden. Ihr Ziel: Das weltweit erste offene Weißwalschutzgebiet. Dabei handelt es sich um die selbe Bucht, in der auch der berühmte Wal Keiko aus Free Willy zuhause war. Das Projekt ist eine Initiative von Merlin Entertainment, eins der weltweit größten Freizeitparkunternehmen.
grapevine.is
TERMINHINWEIS
Wir haben es satt! Am 19. Januar findet in Berlin vor dem Brandenburger Tor eine Demo für gutes Essen und eine gute Landwirtschaft statt:

NICHT MEHR GRÜN
Klopapier im Mopsdesign. Laut einer WWF-Studie verbrauchen Europäer jährlich rund 22 Milliarden Rollen Toilettenpapier. Das entspricht rund 40 Rollen pro Person. Seit Dezember kommt von der Drogeriekette DM ein Unikat dazu: Bedruckt mit einem Mops, der einen schwarz-weiß gestreiften Pullover trägt, einen Blumenkranz auf dem Kopf hat und in einer Sprechblase „I love you“ sagt. Es handelt sich um eine limitierte Edition, und es soll sogar schon zu Hamsterkäufen gekommen sein. Ob diese Dekadenz noch zu steigern ist?
taz.de

KW50: Minimalkonsens auf Klimagipfel, Ostseetunnel vor dem Aus, brasilianische Kernbrennstäbe Made in Germany, neue CO2-Grenzwerte für Neuwagen

NACHRICHTEN
Klimagipfel: Minimalkonsens nach Verlängerung. Nach dem Pariser Klimaabkommen von 2015 hat sich die internationale Gemeinschaft nun auf ein Regelbuch geeinigt, wie diese Ziele auch erreicht werden können. Das „Rulebook“ wurde in Kattowitz geschrieben, redigiert und veröffentlicht. Die 24. Weltklimakonferenz hat ihr Minimalziel somit erreicht, die umfangreichen Regeln sind jedoch unverständlich formuliert. Zwar geben sie klare Regeln an, wie und wann ein Land seine Klimabelastungen offen legen muss, doch ob die Idee des „naming and shaming“ vor dem Hintergrund rechtspopulistischer Staatschefs noch funktioniert, wird sich zeigen. Grüne und Linke kritisieren die Regeln schon jetzt als gescheitert, vielerorts werden die Regeln als zu naiv verstanden. Immerhin gibt es eine „High Ambition Coalition“, der auch Deutschland beigetreten ist. Die Koalition will die Klimaziele besonders ehrgeizig verfolgen.
welt.de
Aus für Fehmarnbelt-Tunnel. Das Gericht der Europäischen Union in Luxemburg (EuG) hat die Genehmigung der Belttunnel-Finanzierung zurückgenommen. Hintergrund waren Vermutungen, dass die Europäische Union das Finanzierungsmodell auf dänischer Seite zu schnell durch gewunken haben soll. Dänemark sollte den 5,1 Milliarden Euro teuren Bau des Tunnel mit Hilfe einer staatlichen Gesellschaft finanzieren, welche günstige Kredite aufnehmen kann. Das EuG entschied nun, dass diese Staatsgarantien, die der Tunnelfirma Millionen Euro Zinsen ersparen, als unzulässige Beihilfe gelten. Der 18 Kilometer lange Tunnel auf dem Boden der Ostsee hätte Fahrtzeiten von unter zwei Stunden zwischen Hamburg und Kopenhagen ermöglicht. Umweltschützer protestieren seit lange gegen das nun endgültig gestoppte Projekt.
mopo.de
Brasilien: Kern-Brennstäbe Made in Germany. In Brasilien ist Ende Oktober der rechtsextreme Jair Bolsonaro ins Amt gewählt worden. Die Bundesregierung, welche offiziell aus der Atomenergie aussteigt, hält dies offenbar nicht davon ab, weiterhin angereichertes Uran an die Regierung in Südamerika zu verkaufen. Wirtschafts-Staatssekretär Ulrich Nußbaum sagte in einer Antwort an die Grünen, dass weder aus außenpolitischer, noch aus energiepolitischer Sicht eine Notwendigkeit bestünde, das Abkommen zu kündigen. Brasilien weigert sich bisher, ein Zusatzprotokoll zum Nuklearen Nichtverbreitungsvertrag zu unterzeichnen. Bolsonaro wird Anfang kommenden Jahres seine Amtstätigkeit beginnen; er sieht den US-Präsidenten Trump als Vorbild und hat mit seinen Äußerungen für Empörung gesorgt. Er steht für eine Politik der rücksichtslosen Ausbeutung des Regenwaldes und indigener Völker.
n-tv.de

Keinen Weihnachtsmann, sondern den Meeresgott Poseidon schickte die DUH nach Brüssel, um ihrer Forderung nach einem Ende der Überfischung mit 350.000 Unterschriften Nachdruck zu verleihen. In dieser Woche werden die Fangquoten u.a. für die Nordsee verhandelt. Foto: Dave Walsh / Our Fish
EU: Neue CO2-Grenzwerte für Neuwagen. Die EU möchte bis 2030 deutlich klimafreundlichere Autos auf europäischen Straßen sehen. Am Montag, nach Ende der UN-Klimakonferenz in Kattowitz, hat sie nun neue CO2-Grenzwerte für Neuwagen eingeführt, die die Autoindustrie massiv unter Druck setzen: Im Schnitt 37,5 Prozent weniger Kohlendioxid sollen Neuwagen dann produzieren als noch 2021. Die Autoindustrie reagiert entsetzt und weist auf den möglichen Verlust von Arbeitsplätzen hin, die Bundesregierung reagiert jedoch auf die Regelungen, welche bei der Klimakonferenz getroffen wurden. Deutschland wollte ursprünglich nur 30 Prozent Minderung. Die Emissionen sollen nun in Etappen verringert werden.
merkur.de
WWF-Chef im Interview: Eberhard Brandes kritisiert das Scheitern der Politik waz.de
Nach Rekordsommer: „Heißzeit“ zum Wort des Jahres gekürt welt.de
Studenten mit Ziel: Klimaschutz für Einsteiger jetzt.de
Gift im Weihnachtsbaum: Warnungen vor Insektiziden und Glyphosat weser-kurier.de
ZAHL DES TAGES
133 Seiten lang ist das am Samstagabend auf der UN-Klimakonferenz in Kattowitz beschlossene Regelbuch.
sueddeutsche.de
ZITAT
„Ihr sprecht nur von grünem, ewigen Wirtschaftswachstum, weil ihr zu viel Angst habt, euch unbeliebt zu machen. Ihr sprecht nur darüber, mit den immer gleichen schlechten Ideen weiterzumachen, die uns in diese Krise geführt haben. Und das, obwohl die einzige vernünftige Entscheidung wäre, die Notbremse zu ziehen. Ihr seid nicht einmal erwachsen genug, die Wahrheit zu sagen.“
Die Schwedin Greta Thunberg sorgte bei der UN-Klimakonferenz in Kattowitz für Aufsehen. Die ungewöhnlich ehrlichen Worte der 15-jährigen zur derzeitigen Situation in der internationalen Klimapolitik trafen einen Nerv.
faz.net
PANDASTISCH
HINTERGRUND
Druckbetankung für E-Autos. Elektroautos eilt noch immer ein Ruf der fehlenden Praktikabilität voraus. Neben Ängsten einer zu kurzen Reichweite wird auch das lange Aufladen oft kritisiert. Das soll sich jetzt ändern, denn das Nachtanken von E-Mobilen soll bald so schnell möglich sein wie bei Benzin und Diesel – dank dem deutschen Forschungsprojekt Fastcharge, welches aus den Firmen Allego, BMW, Phoenix-Contact, Porsche und Siemens besteht. An der A8 zwischen Ulm und Augsburg, steht eine neue Schnellladestation, die es möglich macht: So liess sich ein Porsche Panamera mit einer Batteriekapazität von etwa 90 kWh mit einer Leistung von mehr als 400 kW betanken. Das Forschungsprojekt wird vom Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur bereits mit 7,8 Millionen Euro unterstützt.
nzz.ch
Große Geschäfte: Kohle aus Kot. Im Journal of Cleaner Production wurde eine Studie präsentiert, in der die israelischen Forscher Amit Gross und Reut Yahav-Spitzer von der Ben-Gurion-Universität im Labor menschlichen Kot in Kohle verwandelt haben. Sie haben dafür in einem Druckgefäß den Kot unter starker Hitze zu Kohle gepresst, so wie auch Kohle in wesentlich längerer Zeit natürlich entstanden ist. Was sonst Jahrtausende dauerte, war im Labor in maximal zwei Stunden erledigt. Während des Versuchs sei wesentlich mehr Energie entstanden, als für die Herstellung der Kohle verbraucht wurde – ein Hoffnungsschimmer für zukünftige Energieträger.
wn.de
Neue WWF-Website: Umweltschutz aus dem Weltraum. Der WWF hat eine neue Website gestartet, welches die innovativsten Projekte zum Umweltschutz rund um den Globus bündelt und vorstellt. Die Seite Space Science bedient sich dabei neuester Technologien, um Ökosysteme weltweit zu schützen. Dabei kommen auch Satellitenbilder- und Aufnahmen zum Einsatz. Die Seite wird regelmäßig mit neuen Projekten aktualisiert.
space-science.wwf.de
KOMMENTAR
Rot-Grün kapituliert vor den Pyromanen. Stephan Wiehler denkt, was den Amerikanern ihr Recht auf Waffen ist, ist den Deutschen ihr Recht auf ihr Silvesterfeuerwerk. Laut Schätzungen des Umweltbundesamtes geben Deutsche jährlich zwischen 100 und 200 Millionen Euro geben wir jährlich für Raketen und Knaller aus. Dabei werden mit 5000 Tonnen Feinstaub rund 17 Prozent der jährlichen Emissionen im Straßenverkehr in die Luft geblasen. Dass sich deutsche Städte, allen voran Berlin, sich einmal im Jahr in einen Kriegsschauplatz verwandeln muss, findet Stephan Wiehler bedenklich. Böllerei sei keine Naturgewalt, und man kann sie bezwingen – zur Not auch politisch.
tagesspiegel.de
FOTO DER WOCHE
TIERISCH
Fremde Spezies bedrohen Europas Biodiversität. Forschern des Englischen Zentrums für Ökologie und Hydrologie und 43 weiteren Forschern aus ganz Europa ist es gelungen, 66 Tierarten zu identifizieren, welche im Falle einer Einwanderung für die Biodiversität Europas das größte Risiko darstellen. Es handelt sich dabei um Tierarten, die bisher noch nicht in Europa beheimatet sind und aus anderen Weltregionen stammen. Der Umfang der Studie war außergewöhnlich groß. Es handelt sich bei den Spezies vor allem um Fische, Muscheln, Schnecken und Seegräser.
nhm.ac.uk
NICHT MEHR GRÜN
Unfaire Schoko-Nikoläuse. Laut Berichten der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit ist der Anteil, den die Kakaoproduzenten vom Endverkaufspreis für Schoko-Weihnachtsmänner erhalten, in den letzten Jahrzehnten immer weiter gesunken. Obwohl Fairtrade im Oktober kommenden Jahres den Mindestpreis für Kakao um 20 Prozent erhöhen will, klagen viele Bauern entlang des Äquators noch immer über unzureichende Gewinnmargen. Ohnehin ist nur rund ein Drittel der verkauften Schokolade mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet. Richtig abkassieren können dagegen Hersteller und Einzelhändler. Ihnen kommen drei Viertel des Verkaufspreises von Schokoprodukten zu. So fair ist der Weihnachtsmann dann doch nicht.
taz.de

KW49: Tabubruch – Genmanipulation an Babies, EU-Klimaziel 2050, UN-Konferenz zum Artentod, Klimagipfel in Kattowitz

NACHRICHTEN
Tabubruch: Genmanipulation an Babies. Der chinesische Forscher He Jiankui musste seine Forschung an genmanipulierten Babies auf Drängen der chinesischen Regierung beenden. Der Wissenschaftler behauptete in einem Video, er habe mithilfe des Genverfahrens „Crispr“ genetische Informationen von durch künstliche Befruchtung gezeugten Zwillingsschwestern verändert und sie so resistent gegen HIV gemacht. Die Regierung in Peking verurteile das Handeln von Jiankui scharf und bezeichnete es als schwerwiegenden Verstoß gegen nationale Vorschriften und ethische Richtlinien. Eine Untersuchung des Falls wurde angeordnet.
zeit.de
EU-Klimaziel 2050. Vor dem Auftakt des Klimagipfels in Kattowitz hat die EU-Kommission ihre langfristigen Klimaziele zum Jahr 2050 vorgestellt. Laut der Kommission sind rund drei Viertel der Emissionen auf auf fossile Energien zurückzuführen. Der Umstieg auf erneuerbare Energien stellt also ein zentrales Anliegen der Strategie dar. Auch durch eine effizientere Gebäudedämmung verspricht sich die Kommission eine Verringerung des Treibhausgasausstoßes. Klimakommissar Miguel Arias Canete bezeichnet das Strategiepapier als Impulsgeber im Umgang mit den Pariser Klimazielen. Der WWF kritisierte, dass mit den bisherigen Maßnahmen mit Einsparungen von lediglich 60 Prozent zu rechnen sei. Die Weltbank teilte derweil mit, 200 Milliarden Euro Klimahilfen für Entwicklungsländer zur Verfügung zu stellen und damit ihre Ausgaben für den Green Climate Fund zu verdoppeln. Ebenfalls vorgestellt wurde der Klimabericht von Germanwatch, der ein düsteres Bild für die Zukunft unter der Klimaerwärmung zeichnet.
deutschlandfunk.defaz.netzdf.de
UN-Konferenz zum Artentod: Und keiner schaut hin. Nach dem Ende des zweiwöchigen UNO Weltnaturschutzgipfels im ägyptischen Scharm al-Scheich zeigten sich die Unterhändler der 196 Teilnehmerstaaten ernüchtert. Die Konferenz ging ohne bemerkenswerte mediale Aufmerksamkeit zu Ende. Dabei sind die Ergebnisse des Gipfels umso bedeutender für die Politik: Die zwanzig großen Naturschutzziele für das Jahr 2020, auf die man sich 2010 im japanischen Nagoya geeignet hatte, sind nicht mehr zu erreichen. Auch die zunehmende Skepsis am Multilateralismus seitens vieler Länder behinderte die Verhandlungen. Die Entwicklungsländer forderten außerdem die Beteiligung am Profiten aus Forschung. WWF-Pressesprecherin Wiebke Elbe beklagt die Versäumnisse der internationalen Gemeinschaft: Lebensraum werde nicht erhalten, die Meere werden weiterhin überfischt. Elbe forderte ein starkes und verbindliches Abkommen.
spiegel.dedeutschlandfunk.de
Start des Klimagipfels in Kattowitz. Umweltministerin Svenja Schulze zeigte sich für zum Auftakt des Klimagipfels im polnischen Kattowitz optimistisch über mögliche Ergebnisse der Konferenz. Deutschland komme als Industrienation eine Vorreiter- und Vorbildrolle im Klimawandel zu. Kritik daran äußerten die Grünen, die auf das Verfehlen der Klimaziele 2020 sowie die Vertagung der Entscheidung der Kohlekommission auf nächstes Jahr hinwiesen. Einen Tag vor dem Beginn der Klimakonferenz versammelten sich in Köln und Berlin Zehntausende Demonstranten, um den Ausstieg aus der Kohlenergie zu fordern.
tagesschau.de
Wolfsattacke am Friedhof? Es war wohl doch kein Wolf spiegel.de
Klimagipfel 2019: Brasilien lädt aus deutschlandfunk.de
Projekt Neue Seidenstraße: Todesfalle für die letzten Orangs tagesanzeiger.ch
Ferkelkastration: Die Qual geht weiter ruhrnachrichten.de
ZAHL DES TAGES
Jährlich werden rund ums Mittelmeer etwa 25 Millionen Zugvögel illegal gefangen oder geschossen.
sueddeutsche.de
ZITAT
„If we don’t take action, the collapse of our civilisations, and the extinction of much of the natural world, is on the horizon.“
Naturfilmer David Attenborough auf dem Klimagipfel COP24 in Polen
bbc.com
 
HINTERGRUND
Neue Studie: Krank durch Klimawandel – lautet einer neuen Studie, die im Fachmagazin The Lancet erschienen ist und die Arbeit von mehr als 20 wissenschaftlichen Institutionen und und UN-Abteilungen zum Thema Klimawandel bündelt ist die Gesundheit von immer mehr Menschen durch den Klimawandel bedroht. Im Jahr 2017 waren beispielsweise 18 Millionen Menschen mehr extremen Temperaturen ausgesetzt als noch im Jahr 2016. Hitzeperioden führen zu immer mehr Arbeitsausfällen, extreme Wettereignisse verursachten Verluste von mehr als 288 Milliarden Euro. Auch die Luftverschmutzung steigt mit der Hitze. Besonders gefährdet sind alte und kranke Menschen. Positiv merkte die Studie an, dass der weltweite Kohleverbrauch in den letzten 5 Jahren gesunken sei und erneuerbare Energien im Aufschwung seien.
süddeutsche.de
Zoff um Putins Pipeline: Die Kritik an der geplanten Erdgaspipeline wird immer lauter, die Konflikte kochen über. Politiker der Grünen und CDU machen Druck auf die Regierung, das Projekt zu stoppen. Die geplante Pipeline soll über 1200 km durch die Ostsee Erdgas aus der Barentsee nach Ostdeutschland transportieren. Neben der Regierung Polens, Dänemarks und der baltischen Staaten wuchs auch der innenpolitische Druck. Durch den Bau der Pipeline könnte der Anteil an russischem Erdgas von 40 auf 60 Prozent steigen – es wird eine geopolitische Abhängigkeit befürchtet.
fr.de
Der Preis des Autofahrens lügt nach wie vor: Durch das Auto entstehen viele Folgekosten, die durch den alleinigen Preis des Autofahrens nicht abgedeckt sind – Unfälle, Luftverschmutzung, Umweltschäden und Lärm. In der Wirtschaftswissenschaft nennt man diese Faktoren „externe Kosten“. Das Auto ist somit indirekt subventioniert, die Kosten tragen alle. Laut einer Untersuchung des Umweltbundesamtes entstehen durch jeden gefahrenen Kilometer externe Kosten zwischen fünf und fünfzehn Cent, oder zwischen 700 und 2100 Euro pro Autofahrer und Jahr. Um die Klimapolitik in Bewegung zu bringen, müssten die Kosten für das Autofahren an diese Faktoren angepasst werden.
edition.faz.net
KOMMENTAR
Dass viele Tierarten vom Aussterben bedroht sind und ihre Bestände immer kleiner werden, ist längst nichts Neues. Jetzt stellte sich jedoch heraus, dass eine neue Tiergruppe rasant in Zahlen abnimmt: Die Insekten. Die New York Times sprach sogar schon von der Insektenapokalypse. Laut einer Studie sind seit den achtziger Jahren in Nordwestdeutschen Naturschutzgebieten die Bestände von Schmetterlingen und Bienen drastisch zurück gegangen. Globale Entwicklungen bestätigen, dass es sich um keinen Einzelfall handelt. Die Umwandlung von natürlichen Lebensräumen in Kulturlandschaften macht einer Vielzahl von Insekten das Leben schwer. Auch die Vereinzelung von Lebensräumen trägt dazu bei. Die Folgen für das Ökosystem sind drastisch. Bei einem Rückfall der Insektenzahlen ist mit einem ökologischen Kollaps zu rechnen.
spektrum.de
FOTO DER WOCHE

Nashorn in der Grube. Naturschützer haben eines der letzten Sumatra Nashörner auf Borneo gefangen. In Freiheit hat die Art kaum noch eine Überlebenschance. Die Nashorn-Art ist mit weniger als 80 Exemplaren eines der am stärksten gefährdeten Säugetiere der Welt. Die Rettungsaktion hat das Ziel, die extrem bedrohten Tiere in  Zuchtstationen wieder zu vermehren.
nationalgeographic.com
TIERISCH
Schildkröten werden uralt und bekommen fast nie Krebs. Wissenschaftler suchten im Erbgut von Seychellen-Riesenschildkröten nach Anhaltspunkten, warum Schildkröten so alt werden. Ein Grund dafür könnte der langsame Stoffwechsel sein. Auch ein starkes Immunsystem führt wohl zu einem längeren Leben. Einzig der Grönlandhai wird noch älter als die kürzlich als letzte ihrer Art verstorbene Pinta-Schildkröte: Bis zu 500 Jahre.
süddeutsche.de
NICHT MEHR GRÜN
Weil immer mehr SUVs auf unseren Straßen rollen und es dadurch oft eng wird, fordert der ADAC nicht etwa die Rückbesinnung auf kleinere Modelle, sondern spricht sich stattdessen für noch breitere Autos aus. Auf die Idee, nach der sich die Städte den bizarren Autowünschen anpassen müssten, kann man nur kommen, wenn man das seit Jahrtausenden kaum größer gewordene menschliche Hirn ständig andieselt.
sueddeutsche.de taz.de

Studie: Handel schöpft Big-Data-Potenziale für Vertrieb und Service nicht aus

Wenn das Schlagwort „Big Data“ fällt, denken viele an eine Datenwolke, die sich aus den Taten der Vergangenheit speist. Dass dies nicht unbedingt stimmt, bestätigt die Studie „Wettbewerbsfaktor Analytics“, die der Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Electronic Government der Universität Potsdam zum dritten Mal in Zusammenarbeit mit dem Softwarehersteller SAS durchgeführt hat. Befragt wurden Manager der ersten und zweiten Führungsebene von mehr als 1.500 Handelsunternehmen im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz).
Big Data wird zu selten genutzt
Laut dieser Studie wird bei den befragten Handelsunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz nur zu etwa einem Viertel eine konkrete Analyse im Bereich Vertrieb und Marketing verwendet. Die Studie zeigt im Gegensatz auf, dass nur zwischen 20 bis 50 Prozent der verfügbaren Daten für tatsächliche Auswertungszwecke genutzt werden. „Es besteht noch großes Potenzial, sowohl für Datenanalysen im Allgemeinen als auch für den Einsatz von Big Data Analytics im Speziellen,“ bestätigt Wolf Lichtenstein, CEO der Regionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz SAS. Dagegen werden Omni- und Multichannel nur selten verwendet, „mehr als 70 Prozent der befragten Unternehmen tun dies nie oder viel zu selten“, stellt Professor Dr. Norbert Gronau, Leiter der Studie und Lehrstuhlinhaber für Wirtschaftsinformatik an der Universität Potsdam, fest.
 
Wie wird Big Data genutzt?
Im Marketing kommen zukunftsorientierte Methoden ähnlich oft zum Einsatz wie vergangenheitsorientierte. In diesem Bereich wird Big Data Analytics hauptsächlich genutzt, um das Konsumverhalten auszuwerten und den Kundenservice zu verbessern. Das vorraussichtliche Zugpferd des Handelsder Zukunft, das Produktmonitoring, findet hier allerdings vorerst nur im Rahmen von spezifischen Projekten statt.
In der Lagerwirtschaft und Logistik setzen Handelsunternehmen dagegen verstärkt auf Datenauswertung zur Vorhersage und Optimierung. „Hier fließen Angebot und Nachfrage zusammen, weshalb sich der Einsatz von zukunftsorientierten Methoden besonders lohnt“, erläutert Lichtenstein.
Die Zukunft spricht noch kein Big Data
Insgesamt wird Big Data Analytics im Handel zwar schon in vielen Unternehmensbereichen eingesetzt, jedoch fließen die Erkenntnisse daraus oft nicht systematisch in zukünftige Maßnahmen ein. Eine Ursache dafür könne das noch fehlende Fachwossen sein, vermutet Gronau. Die Unternehmen finden die Analysen schlicht zu schlecht vertsändlich: „Big Data lässt sich nur schwer interpretieren, dazu werden Spezialisten benötigt. Zudem stellt die fehlende Individualisierbarkeit der verfügbaren Analysen ein großes Problem dar. Mitarbeiter in den Abteilungen erhalten von zentralen Stellen vorgefertigte Auswertungen oder wenden sich an einen Spezialisten für Analysen. Interpretieren müssen sie die Ergebnisse dann selbst, daher entsprechen die Auswertungen nicht immer dem tatsächlichen Informationsbedarf“, so Gronau.
Da die Datenaufbereitung für viele Firmen problematisch ist, kann hier wenig Gewinn aus der Analyse gezogen werden. Es müssen zunächst Berührungsängste abgebaut werden.
Verbreitung abhängig von Unterstützung des Managements
Neben der Verfügbarkeit von Methoden und Tools ist der Einsatz von Big Data Analytics abhängig von der Unterstützung des Managements. So gaben 35% der befragten Unternehmen gaben an, dass das Management analytische Methoden eher nicht befürwortet. Die Hälfte der Befragten stimmt für eine Nutzung. Ein Drittel der Unternehmen gaben an, keine Steuerung für die Anwendung von Big Data Analytics etabliert zu haben. Bei den restlichen Unternehmen liegt die Verantwortung entweder in den Fachabteilungen oder bei der IT-Leitung. Es werden h9er nur wenige Schulungen angeboten.
Steigerung der Neukundengewinnung
Mit der Big Data Analytics im Marketingmanagement soll die Neukundengewinnung gesteigert sowie die Bindung von Bestandskunden gefestigt werden. Mit Erfolg: Fast 90 Prozent nutzen Big Data Analytics im Rahmen ihrer Kundenbindungsprogramme. Die ersten Berührungsängste wurden also schon abgebaut.
Die Studie macht auch klar: Fast keines der befragten Handelsunternehmen würde sich für die Etablierung neuer Produkte oder Cross-Selling-Aktivitäten interssieren. Big Data Analytics wird von der Hälfte der befragten Unternehmen eingesetzt, um Kampagnen zu planen und Maßnahmen sowie Kanäle abzustimmen. Nur elf Prozent der Befragten nutzen diese Analysen zur Preisfindung oder zur Ermittlung von kundenindividuellen Preisen.

Carsharing vs. Freefloating: Noch Luft nach oben

Drei Jahre lang haben das Bundesumweltministerium, Stadtverwaltungen, Universitäten und Anbieter die Auswirkungen von Carsharing auf die Städte untersucht und sind dabei auf deutliche Unterschiede zwischen stationärem Carsharing und Freefloating gestoßen. Während beispielsweise beim stationären Anbieter Flinkster die Autos pro Buchung durchschnittlich zwischen 60 und 85 Kilometern gefahren werden, sind bei der so genannten “mobileren Variante”dem Freefloater DriveNow ganze drei Viertel aller Fahrten bereits vor dem zehnten Kilometer schon wieder beendet.
Da sich das Geschäftsgebiet der Freefloater nahezu ausschließlich auf die Innenstadt beschränkt, werden mit diesem Carsharing-Modell demnach vor allem Strecken zurückgelegt, die sonst mit Bus und Bahn, dem Fahrrad oder dem Taxi bewerkstelligt würden.
 
Zu ähnlichen Ergebnissen kam im September 2014 bereits eine Studie von Civity, einem Beratungsunternehmen für öffentliche Dienstleistungen. Dort wurde u.a. festgestellt, dass rund die Hälfte der Wegstrecken, die in Berlin mit Freefloating-Anbietern zurückgelegt werden, kürzer als fünf Kilometer sind. Die Ergebnisse von Civity werden jetzt durch die Studie von WiMobil bestätigt. „Dieses Ergebnis zeigt, dass man das Freefloat-Modell neben allen seinen Vorzügen durchaus auch kritisch betrachten muss. Denn am Ende soll Carsharing den ÖPNV ergänzen, nicht ersetzen“, so Bill Jones. CiteeCar ist mit seinem stationären Host-Konzept auch außerhalb der Innenstädte zu finden, um den Menschen mit weniger zentraler Lage ebenfalls den Zugang zu kostengünstiger Mobilität zu ermöglichen.
Die Studie bestätigt seinen Eindruck: ”Es existieren große Unterschiede zwischen stationären Anbietern und Freefloating-Modellen – vor allem in puncto Geschäftsgebiet und Nutzerverhalten. Ziel ist es nach wie vor, gemeinsam mit dem ÖPNV die Verkehrs- und Parksituation in den Städten zu verbessern. ‚WiMobil‘ zeigt einmal mehr, dass wir hierfür mit unserer stationären Ausrichtung auf das nachhaltigere Konzept setzen“, so Jones.
Laut „WiMobil“ sind Freefloater besonders in den Abendstunden beliebt – nach dem Kino oder dem Treffen mit Freunden.. Die stationären Anbieter werden dagegen eher aus praktischen Gründen genutzt, vor allem zum Einkaufen und für Tages- und Wochenausflüge. Dies passiert in vielen Fällen auch deshalb, weil nur gut ein Viertel der Kunden von Flinkster und Co. zusätzlich über ein eigenes Auto im Haushalt verfügt. Bei DriveNow sind es ganze 57 Prozent.
Laut der Studie ist der typische Nutzer männlich, arbeitet voll und hat ein gutes Nettoeinkommen. Aus seinem Profil lässt sich ein wichtiger Schluss ziehen: Carsharing hat die breite Masse noch nicht erreicht! Frauen, Familien, ältere und einkommensschwache Menschen sind noch zu selten beim Carsharing zu finden.
„WiMobil – Wirkung von E-Carsharing Systemen auf Mobilität und Umwelt in urbanen Räumen“ wurde vom Anfang September 2012 bis Ende Oktober 2015 durchgeführt. Für das umfangreiche Forschungsprojekt wurden Kunden in Berlin und München befragt sowie Modellregionen und Standortdaten von Carsharing-Fahrzeugen analysiert.

Elektroautos: Wie teuer darf es sein?

Würden Sie sich ein Elektroauto anschaffen?
Das Verbraucherportal energietarife.com fragte 1.000 Deutsche, wie viel eine potentielle Anschaffung maximal kosten dürfe. Es sollte ermittelt werden, wie groß mittlerweile die Akzeptanz der neuen Fahrzeuge in der Bevölkrung ist. Die überraschende Erkenntnis: bereits jetzt sind Elektroautos sehr beliebt. Die meisten Teilnehmer gaben an, dass sie der aktuelle Preis durchaus anspreche. Steht das E-Auto kurz vor dem Durchbruch?
Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 eine Million von ihnen in Umlauf gebracht zu haben. Bisher läuft der Verkauf aber noch schleppend. Immerhin verkaufen sie sich immer besser, doch kann man sich noch eine Menge von unseren Nachbarländern abschauen. Dort werden die Anschaffungen nämlich zu großen Teilen staatlich gefördert- und das E-Auto erlebte einen wahren Boom. Derzeit versuchen etliche Hersteller bereits, den Absatz mit Aktionen wie „5.000 Euro Elektrobonus“ anzukurbeln.
4 von 5 Deutschen haben Interesse an Elektro-Autos
Die Umfrageergebnisse in Prozentangaben:
11,4 %: Ein E-Auto müsste billiger sein als ein herkömmliches
26,6 %: Es dürfte höchstens genau so viel kosten
18,9 %: Maximal 2.000 mehr
9,4 %: Maximal 5.000 Euro mehr
1,7 %: Maximal 10.000 Euro mehr
14 %: Andere Faktoren (Reichweite, Technik) sind mir wichtiger
als der Preis
18 %: Ein E-Auto kommt für mich generell nicht in Frage
„Wenn ein Elektroauto maximal 2.000 Euro mehr kostet als ein vergleichbares Modell mit herkömmlichem Antrieb würde es dadurch für 30 Prozent der Deutschen zur echten Alternative“ erklärt Jörn Wolter vom Portal energietarife.com. „Das grundsätzliche Interesse der Deutschen an Elektromobilität ist hoch, wenn jetzt die Preise sinken könnte dies dazu führen, dass sich die Technik schneller durchsetzt, auch wenn Kriterien wie Reichweite oder ein fehlendes Netz an Ladestationen viele Verbraucher immer noch abschrecken.“
Fazit: Es hapert kaum am Preis, denn jeder dritte Deutsche kann sich vorstellen, ein Elektroauto zu fahren. Wenn die momentanen Probleme der Reichweite und der noch wenigen Ladestationen gelöst sind, wird sich das E-Auto vielleicht ganz bald schon durchsetzen.

Autonomes Fahren in 15 Jahren

Die Automobilindustrie steht vor einem beispiellosen Wandel, ausgelöst durch verändertes Mobilitätsverhalten und neue Technologien. So sind Menschen mehr und mehr bereit, Carsharing oder Mitfahrangebote zu nutzen. Aber auch bahnbrechende Innovationen wie das autonome Fahren oder das vernetzte Fahrzeug sorgen für einen neuen Umgang mit dem Auto. Nach einer Prognose der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) wird sich zwischen 2025 bis 2030 das autonome Fahren durchsetzen und damit neuen digitalen Dienstleistungen den Weg ebnen. „Unternehmen, die an diese Entwicklung glauben, müssen schon heute intensiv an der Transformation aller Geschäftsbereiche arbeiten und die Weichen stellen. Sie laufen sonst Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Das betrifft fast alle Aspekte der Geschäftsmodelle und umfasst auch die Auswahl des passenden Personals und Know-hows,“ sagt Felix Kuhnert, Leiter Automotive Leader bei PwC.
Anhand von vier Szenarien entwirft PwC in der Studie „Re-inventing the wheel“ Visionen für die Zukunft: Sie reichen vom autonomen Fahren über den Durchbruch der Elektromobilität bis hin zu einer Öffnung wichtiger Schwellenländer – oder aber deren Abschottung. „Chancen eröffnen sich für Unternehmen, die es verstehen, schnell auf Änderungen des regulatorischen Umfelds in einzelnen Märkten zu reagieren“, so Kuhnert. Denn wohin die Reise geht, hängt entscheidend von politischen Vorgaben ab. So können von einer liberalen Regulierung wesentliche Impulse für das autonome Fahren ausgehen, die die automatische Steuerung von Fahrzeugen forcieren. „Bislang branchenfremde Anbieter werden mit Automobilherstellern kooperieren. Ein Ziel ist es beispielsweise, einen sicheren Schutz vor Kollisionen zu entwickeln“, sagt Christoph Stürmer, Automotive-Instituts PwC Autofacts. Das laut einer Studie prognostizierte Marktpotenzial von 39,6 Milliarden Dollar bis 2021 für das autonome Fahren könnte sich deutlich erhöhen.
Das sich selbst lenkende Fahrzeug lässt den Insassen zudem mehr Freiraum, um während des Fahrens soziale Netzwerke zu nutzen. Auch das ermöglicht neue digitale Dienstleistungsmodelle. Die Fahrgäste werden das Auto wie ein rollendes Büro nutzen. Für die Hersteller geht das mit einer enormen Innovationsgeschwindigkeit einher. Rund um das Auto werden neue Geschäftsmodelle entstehen. Gleichzeitig werden sich bis dahin auch alternative Antriebe wie die Elektromobilität durchgesetzt haben. Deren Entwicklung ist mit einem enormen Kapitalaufwand verbunden.
Aber auch das Mobilitätsverhalten wird sich ändern: Mobilität mit anderen zu teilen, wird zum Standard. Wenn sich innovative Carsharing-Systeme in Zukunft stärker durchsetzen, führt dies zu einer höheren Nutzung der Fahrzeuge und damit auch zu einem stärkeren Verschleiß der Fahrzeuge. „Entgegen der bisherigen Erwartung vieler Experten kann Carsharing damit sogar einen größeren Fahrzeugabsatz nach sich ziehen. Schließlich wollen Anbieter von Carsharing oder Mitfahrgelegenheiten ihren Kunden die neuesten und besten Fahrzeuge anbieten“, sagt Stürmer. Durch die stärkere Nutzung der Fahrzeuge könnte die Verkehrsdichte sogar steigen und der Straßenverkehr wird nicht zwangsläufig entlastet.
China ist und bleibt der wichtigste Zukunftsmarkt für die Automobilindustrie. Auch wenn der Absatz dort derzeit schwächelt, rechnet PwC Autofacts mit einem jährlichen Wachstum des Autoabsatzes von durchschnittlich 4,4 Prozent bis 2021. Bleibt der Zugang zum chinesischen Markt offen oder wird der Wettbewerb sogar erleichtert, können Automobilkonzerne ihre globalen Plattformen weiter ausbauen. Unter diesen Bedingungen könnten auch chinesische Produzenten weltweit expandieren.
Grundlegend umdenken müssten Automobilproduzenten und Zulieferer dagegen, wenn sich das regulatorische Umfeld verschärft. Dann würden sich Schlüsselmärkte wie China stärker abschotten, aber auch das autonome Fahren würde von Seiten der Regulierung regulatorisch ausgebremst. „In solch einem Umfeld würden globale Plattformen an Bedeutung verlieren und Produzenten müssten viel stärker lokale Geschäftsmodelle in einzelnen Märkten verfolgen“, so Kuhnert. Das würde für Automobilhersteller bedeuten, ihre Vertriebsstrategien individuell stärker auf die Gepflogenheiten der einzelnen Länder auszurichten.

KW 30: Kennzeichnung von Elektrogeräten, Die Hälfte der Einwohner hat keine Biotonne, Bio-Start-Ups in Griechenland

NACHRICHTEN
Kennzeichnung von Elektrogeräten: Die Kommission will das EU-Ökolabel grundlegend reformieren. Die Skala für die Effizienz von Haushaltsgeräten soll wie ursprünglich nur noch von „G“ für das ineffizienteste bis „A“ für das effizienteste Gerät reichen. Das sieht ein Verordnungsvorschlag vor, den der zuständige EU-Energiekommissar Miguel Arias Canete in Brüssel offiziell vorstellte.
faz.net, euractiv.de, europa.eu
Die Hälfte der Einwohner hat keine Biotonne: Nach dem Gesetz müsste seit Anfang dieses Jahres der Biomüll getrennt werden, doch nach Peter Kurth, Präsident des Verbandes der Energiewirtschaft, habe die Hälfte der Einwohner keine Biotonne, weil die Kommunen, vor allem die Großstädte, den Aufwand scheuten. Dabei sei das Potenzial der Speisereste erheblich. Wenn alle Haushalte mit einem Behälter für Bioabfall versorgt wären, könnten zwei Millionen Tonnen zusätzlicher Masse für die Biogasanlagen bereitgestellt werden.
tagesspiegel.de
Fairphone vorbestellbar: Fairphone nimmt nun Vorbestellungen für sein modulares Android-Smartphone entgegen. Ausgeliefert werden soll das 525 Euro teure Smartphone dann von November an, verspricht der Hersteller. Das Fairphone 2 soll besonders leicht zu reparieren sein. Ohne viel technisches Wissen sollen sich defekte Komponenten bei Bedarf austauschen lassen. Dazu wurde eine Art Modulbauweise entwickelt.
heise.de, golem.de
Die Allianz und das Londoner Abwasser:Ein Konsortium um den Münchener Versicherer Allianz steht vor dem Zuschlag für ein milliardenschweres Abwasser-Projekt in der britischen Hauptstadt London. Der Wasserversorger Thames Water hat die Bazalgette Tunnel Ltd. als bevorzugten Bieter für den „Thames Tideway Tunnel“ ausgewählt. Das 25 Kilometer lange unterirdische Abwassersystem entlang der Themse soll verhindern, dass weiterhin ungeklärte Abwässer direkt in den Fluss fließen. Das Londoner Abwassersystem stammt zu großen Teilen noch aus dem viktorianischem Zeitalter um die Wende zum 20. Jahrhundert.
faz.net
4.520 Elektroautos wurden im ersten Quartal 2015 angemeldet. Fast doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Das sind aber immer noch weniger als ein Prozent der in Deutschland neu zugelassenen Wagen. In Norwegen sind zum Vergleich fast ein Drittel der neu zugelassenen Fahrzeuge Elektro-Autos.
heise.de
Gratis WLAN: Die 100 größten Städte in Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen werden von Unitymedia mit Gratis-WLAN ausgestattet. Pro Nutzer und Tag gibt es 100 MB Datenvolumen; die Geschwindigkeit liegt bei 10 Mbit. Finanziert wird das Angebot durch Powerspots, durch die Läden ihren Kunden kostenloses WLAN anbieten können.
heise.de, zdnet.de
US-Investor will deutschen Breitband-Ausbau voranbringen: Der US-Finanzinvestor KKR will zusammen mit einem niederländischen Partner die großen Lücken im deutschen Breitband-Netz schließen. KKR und der Infrastruktur-Investor Reggeborgh wollen nach dem Vorbild der Niederlande ländliche Gegenden über Glasfasernetze mit schnellem Internet versorgen. Das 450 Millionen Euro schwere Projekt könnte der Bundesregierung in die Hände spielen, die Deutschland flächendeckend bis 2018 mit Internetzugängen mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde versorgen will.
n-tv.de, handelsblatt.com, spiegel.de
Drive-Now wird elektro: BMW rüstet seine Carsharing-Flotte mit dem elektrischen i3 auf. Seit letzter Woche können Drive-Now-Kunden in Berlin, Hamburg und München den batteriebetriebenen Kompaktwagen mieten. Drive-Now teilte in Berlin mit, zunächst würden 40 i3 in Berlin und jeweils 30 in Hamburg und München in die Flotte aufgenommen.
tagesspiegel.de
Speicherung von Fluggastdaten: Die Einführung einer anlasslosen Speicherung von Passagierdaten für alle Flüge aus einem Nicht-EU-Staat in die EU und umgekehrt ist näher gerückt. Der Ausschuss des EU-Parlaments für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres hat mit knapper Mehrheit für einen entsprechenden Richtlinien-Entwurf der EU-Kommission gestimmt. Bürgerrechtler, Grüne und Linke kritisieren, dies würde jeden Fluggast automatisch zum Verdächtigen stempeln.
zeit.de, netzpolitik.org, europarl.europe.eu
Kommissionspläne für den Emissionshandel: Die EU Kommission gab bekannt, die Zahl der kostenlosen Zertifikate und der dafür berechtigten Branchen reduzieren zu wollen. Pro Jahr will sie im Vergleich zur laufenden Periode des Emissionshandelssystems auch mehr Zertifikate zurücknehmen. Der Umweltausschuss des EU-Parlaments verlangte von den Mitgliedsländern noch ambitioniertere Ziele.
euractiv.de, tagesspiegel.de, europarl.europa.eu
Dritte Startbahn Gericht erlaubt Ausbau des Flughafens München sueddeutsche.de
Braunkohle RWE baut 1.000 Arbeitsplätze ab spiegel.de
Mitfahrzentrale Opel und Deutsche Bahn beteiligen sich gemeinsam an Anbieter Flinc spiegel.de
Umweltfreundlicher Styroporersatz US-Wissenschaftler entwickeln Verpackung aus Milchsäure und Lehm love-green.de
Weggeworfene Lebensmittel Umweltaktivisten werfen Rewe Verschwendung vor handelsblatt.com
ZITATE
„Gerade im Non-Food-Bereich, beispielsweise bei Unterhaltungselektronik oder Küchengeräten, hat das Unternehmen die Landschaft verändert. In diesen Segmenten stellt Amazon auch eine ganz konkrete Gefahr für den stationären Handel dar.“
Denise Klug vom Analysehaus Planet Retail gehört nicht zu den Leuten, die sich über den 20. Geburtstag des Onlinehändlers Amazon freuen können.
tagesspiegel.de
„Das Prinzip der Datensparsamkeit hat sich in fast allen Lebensbereichen überholt.“
Thorsten Dirks, der neue Präsident des Branchenverbands Bitkom, hält Datensparsamkeit für veraltet und hinderlich, und hat traditionelle Datenschutzregeln als Hürde für die vernetzte Wirtschaft ausgemacht.
heise.de
HINTERGRUND
Klimaschutz-Potential in Abfallwirtschaft: Nicht nur in Entwicklungs- und Schwellenländern, auch in den USA, den OECD- oder EU-Staaten könnte die Abfallwirtschaft noch erheblich mehr zum Klimaschutz beitragen. So das Ergebnis einer Studie des Umweltbundesamts. Die Studie zeigt, dass eine integrierte Abfallwirtschaft mit Wiederverwendung, Recycling und energetischer Verwertung einen erheblichen Beitrag dazu leisten kann, nationale Klimaschutz-Ziele zu erfüllen.
umweltbundesamt.de
Neues Flugzeug-Sitzkonzept: Der französische Konzern Zodiac Aerospace will mit einem neuen Flugzeug-Sitzkonzept die Economy-Class revolutionieren. Beim nun veröffentlichten Entwurf “HD31″ erinnern die Planzeichnungen an Bienenwaben. Dicht an dicht sind kleine Sechsecke ineinander geschachtelt. Der Passagier in der Mitte der Reihe fliegt rückwärts. So kann Platz gespart werden. Die Airline bringt in der Kabine mehr Passagiere unter und die hätten trotzdem mehr Beinfreiheit.
sueddeutsche.de
Bahn ist nicht beliebt: Die Bahn ist das bei den Bundesbürgern unbeliebteste Verkehrsmittel. Mächtig aufgeholt hat stattdessen der Linienbus, bei der Bewertung des Preis-Leistungs-Verhältnisses liegt er nur noch zwei Prozentpunkte hinter dem Flugzeug. Das ergab eine Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für den diesjährigen Verbraucherreport des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft.
tagesspiegel.de
Bio-Start-Ups in Griechenland: Statt zu resignieren, nehmen viele junge Griechen die Dinge selbst in die Hand. Sie produzieren Honig oder bauen Oliven an und hoffen auf Bio-Kundschaft im Ausland. Diese jungen Geschäftsleute sind überzeugt, dass die Griechen viel zu bieten haben, wenn sie sich auf ihre eigenen Stärken besinnen. Doch die starren wirtschaftlichen Strukturen und die Bürokratie der Behörden machen ihnen das Leben schwer.
tagesspiegel.de
AKW-Neubau Finnen wehren sich gegen dubiose Investoren aus Russland taz.de
Emissionen Britische Abgeordnete Julie Girling stimmte gegen ihren eigenen Bericht, nachdem die Mitglieder im Umweltausschuss für strengere Grenzwerte bei der Luftverschmutzung votiert hatten euractiv.de
Eurodac Deutsches Institut für Menschenrechte kritisiert die Umwidmung der EU-Fingerabdruck-Datei euractiv.de
Energiewende Windräder bringen heute 20mal mehr Leistung als noch vor 20 Jahren twitter.com/EnergiewendeGER
JOBS
350.org seeks campaigner *** VDMA sucht Referent (m/w) Umweltpolitik (DE/EU) Technik und Umwelt *** gec-co sucht wissenschaftlichen Mitarbeiter Kommunikation (m/w) *** 50Hertz sucht Agraringenieur/-in oder Geoinformatiker/-in als Fachprojektleiter/-in Liegenschaften *** REHAU sucht Praktikant (m/w) Nachhaltigkeitsmanagement *** SV sucht Leiter (m/w) Stabsstelle “Nachhaltigkeit”
trendingjobs.eu, trendingjobs.eu/submit, jobs@trendingjobs.eu (Info+Inserat schalten)
NICHT MEHR GRÜN
Kunst als Recycling: In der Welt von Thomas Dambo leben Riesen, Werwölfe und Wasserkönige. Gefährlich groß und mächtig anzuschauen. Gottseidank sind die Skulpturen nur aus altem Holz, recycelt und wieder zum Leben erweckt. Der Künstler liebt es, nachhaltig mit Altholz zu arbeiten. Durch seine Skulpturen wird klar, wie groß eigentlich die Holzverschwendung ist. Dafür geht seine Mannschaft durch die Stadt und sucht in dreckigen Müllcontainern nach entsorgtem Material.
ecowoman.de

Unternehmensvorteile durch CarSharing

Gastbeitrag von Joachim Schwarz
Anfang 2014 verzeichnete das Kraftfahrtbundesamt rund 4,5 Millionen gewerblich genutzte Fahrzeuge in Deutschland. Für diese Firmenfahrzeuge müssen Unternehmer und Selbstständige in der Regel einen beachtlichen Aufwand betreiben: Anschaffung, Versicherung, Wartung und Pflege verschlingen viel Zeit und Geld. Überdies sind zentrale Parkmöglichkeiten knapp und die Mieten für eigene Stellplätze entsprechend hoch.
Kosten richten sich nach Fahrzeugnutzung
CarSharing ist häufig eine sinnvolle Alternative oder Ergänzung zum eigenen Fuhrpark, denn die Kosten richten sich nach der tatsächlichen Nutzung der Fahrzeuge. Oft ergibt sich im Vergleich zum eigenen Auto sogar eine finanzielle Ersparnis. In jedem Fall entsteht eine betriebswirtschaftliche Entlastung, weil Verwaltungsaufgaben komplett ausgelagert und im Preis inbegriffen sind. Mit CarSharing haben Kunden Zugriff auf eine große Fahrzeugflotte, im Falle von cambio sind es verschiedene Modelle unterschiedlicher Größe. Wartung und Pflege obliegen immer dem jeweiligen Anbieter. Außerdem verringert sich durch die Nutzung von CarSharing-Fahrzeugen langfristig der ökologische Fußabdruck des Unternehmens. Einige CarSharing-Firmen, darunter auch cambio, sind sogar mit dem „Blauen Engel“ ausgezeichnet, dem Siegel für nachhaltige Mobilität. Um zu entscheiden, welcher CarSharing-Anbieter für das eigene Unternehmen passt, sollten verschiedene Aspekte betrachtet werden:
Der Standort entscheidet
Der jeweilige Standort der CarSharing-Fahrzeuge ist ein maßgeblicher Faktor. Steht das Auto zu weit weg, ist eine häufige und vor allem kurze Nutzung zu zeitaufwändig. Im Idealfall sollte sich mindestens eine CarSharing-Station mit reservierten Stellplätzen in fußläufiger Entfernung befinden. In einigen Großstädten gibt es zudem so genannte „Free Floating“-Angebote, das sind Mietwagen, die nicht an feste Stellplätze gebunden sind. Sie werden stattdessen in einem definierten Stadtbereich nach Bedarf am Straßenrand geparkt und vom nachfolgenden Nutzer von dort aus weitergefahren. Diese Fahrzeuge eignen sich jedoch eher für kurze, sogenannte „One-Way-Fahrten“ innerhalb der Stadt. Längere Dienstfahrten gehen bei dieser Variante sehr schnell ins Geld. Hier sollte genau verglichen werden, welches Angebot sich am besten für den jeweiligen Bedarf eignet.
Autos müssen zum eigenen Bedarf passen
Müssen häufig große Gegenstände oder viel Gepäck transportiert werden, kommt nur ein CarSharing-Unternehmen in Frage, das auch größere Fahrzeugmodelle zur Verfügung stellen kann, wie zum Beispiel Kombi, Van oder Transporter. Soll das CarSharing-Fahrzeug nicht zu offensichtlich als solches erkennbar sein, stellen einige Anbieter auch sehr dezent gebrandete Autos zur Verfügung. Manche bieten an, das Fahrzeug temporär mit dem eigenen Firmenlogo auf einer Magnetfolie auszustatten.
Unternehmerfreundicher Service zählt
Ein guter CarSharing-Service stellt einen möglichst reibungslosen Ablauf sicher und ist rund um die Uhr erreichbar. Zum Beispiel wird bei einem Fahrzeugausfall der nachfolgende Kunde rechtzeitig von den Service-Mitarbeitern benachrichtigt und ein Ersatzfahrzeug zur Verfügung gestellt. Einige CarSharing-Unternehmen bieten für Geschäftskunden auch exklusiv reservierte Zeitfenster für bestimmte Fahrzeuge an oder bei entsprechender Auslastung eine eigens eingerichtete CarSharing-Station auf dem Firmengelände. cambio beispielsweise rechnet private Fahrten mit den Mitarbeitern direkt ab, denn eine Weitervermietung von firmeneigenen Wagen an Angestellte kann vom Steuerprüfer als Gewährung eines geldwerten Vorteils bewertet werden. Dies ist bei direkter Abrechnung zwischen CarSharing-Anbieter und Mitarbeiter ausgeschlossen.
CarSharing ist oft die günstigere Variante
Je nach Art und Dauer der Nutzung lohnt es sich natürlich, bei sonst gleich guten Voraussetzungen, auch die Preise der verschiedenen Anbieter miteinander zu vergleichen. Zählt man sämtliche Kosten rund um ein eigenes Fahrzeug zusammen, ist CarSharing unabhängig vom Anbieter nicht selten die preisgünstigere Alternative. In jedem Fall gewinnen Unternehmen beim CarSharing durch den Zugriff auf verschiedene Automodelle eine hohe Flexibilität und durch die Auslagerung von Pflege, Wartung und Verwaltung der Fahrzeuge deutlich mehr personelle Kapazitäten für andere Aufgaben.

Der Verkehrsplaner Joachim Schwarz ist seit der Unternehmensgründung im Jahr 2000 Geschäftsführer der Holdinggesellschaft cambio Mobilitätsservice GmbH & Co. KG. (www.cambio-carsharing.de) Die Schwerpunkte seiner Arbeit liegen, neben der Technologie- und Produktentwicklung, in der Beratung und Betreuung der cambio Tochterunternehmen. Die cambio-Gruppe bietet service- und bedarfsorientiertes CarSharing und kombiniert moderne und spritsparende Fahrzeuge mit flexiblem 24-Stunden-Service und kostengünstigen Preistarifen. cambio unterhält gemeinsam mit Beteiligungs- und Partnerfirmen aktuell in 19 deutschen und 31 belgischen Städten mehr als 1.700 Fahrzeuge für 66.000 Kunden.