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NACHRICHTEN

Regenwald kaufen für den Umweltschutz Besser Regenwald kaufen und diesen schützen als jährlich rund 28 Millionen in erneuerbare Energien zu investieren, so lautet der aktuelle Klimaschutz-Vorstoss des FDP-Chefs Christian Lindner. Waldschutz und Wiederaufforstung in Südamerika oder Asien sei ein deutlich effektiverer Beitrag, den Deutschland zur Eindämmung von CO2-Emissionen leisten könnte. Ein Ansatz, der plausibel wirkt, jedoch Fragen offen lässt. Wie steht es um die Einhaltung des Pariser Weltklimaabkommens? Warum nur einen Weg beschreiten? Dürfen fremde Staaten einfach Wälder in anderen Ländern kaufen?
zdf.de

Stromnetzes-Ausbau wird Chefsache. Peter Altmeier hat den deutschlandweiten Ausbau des Stromnetzes zur Chefsache erklärt. Der “Aktionsplan Stromnetz” soll den Ausbau neuer Stromleitungen vorantreiben.und für eine bessere Auslastung sorgen. Unter anderem Anwohnerproteste hatten die geplante Erweiterung in den vergangenen Jahren massiv behindert. Nun begibt sich der Bundeswirtschaftsminister. persönlich auf “Netzreise” zu den Orten in Deutschland, an denen sich Widerstände regen.
sueddeutsche.de

Für Elektroschrott gelten neue Regeln. Nicht nur Elektrogeräte, auch Gegenstände und Produkte mit kleinen elektronischen Bauteilen dürfen nicht länger im Hausmüll entsorgt werden. Auch blinkende Turnschuhe oder kleinere Wandschränke mit eingebauter Beleuchtung müssen somit ab sofort getrennt entsorgt werden.
swr.de

Deutschlands Klimaschutzziele könnten bis 2020 doch noch erreicht werden. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik im Auftrag von Greenpeace hat ergeben, dass mit dem geplanten Ausbau der Solar- und Windkraft bei gleichzeitiger Drosselung einiger Braunkohlekraftwerke bzw. Abschaltung der ältesten Braunkohleblöcke, die Einhaltung der Zielmarke einer CO2-Drosselung um 40 Prozent gegenüber 1990 zu gewährleisten wäre. Die Bundesregierung selbst war bereits von der eigenen Zielvorgabe abgerückt.
zeit.de

Mit Handy-Apps und Radschnellwegen gegen schlechte Luft. Der Bund will mit neuen Ideen den Nahverkehr attraktiver machen, damit mehr Autofahrer auf Busse und Bahnen umsteigen. In fünf Modellstädten in Deutschland werden neue Konzepte ausprobiert. Der Bund fördert mit bis zu 130 Mio. Euro; Umweltschützern reicht das nicht. Köln plant ein Schnupperangebot für Neukunden des Jahrestickets zum Preis von einem Euro pro Tag. Die Taktung der Linien soll enger werden. Unternehmen sollen einfacher Jobtickets an ihre Mitarbewiter vergeben können. Auch Essen setzt auf eine Ausweitung des Angebots. In Mannheim soll eine Handy-App den Preis berechnen, ohne dass sich der Fahrgast durch das Tarifdickicht durchhangeln muss. Reutlingen setzt auf mehr Haltestellen und neue Linien; außerdem eine Anbindung an einen Radschnellweg.
faz.net

Frankreich: Kampfansage an den Plastikmüll fr.de
Der grüne Tod. Algenpest verursacht Ökodesaster in Florida fr.de
Brasilien: erneut Umweltschützer ermordet taz.de
Rechnungshof rügt Elektroauto-Prämie spiegel.de

ZAHL DES TAGES

Auf 48 Zentimeter ist der Pegelstand der Elbe an der Strombrücke in Magdeburg gesunken, so niedrig wie seit 80 Jahren nicht mehr.
mdr.de, pegelonline.wsv.de (Pegelstand)

ZITAT

„Es sind gerade einfach zu viele Touristen auf Mallorca.“
Unternehmer und Umweltschützer Philipp Baier fordert die Urlauber auf, die Insel beim Kampf gegen den Abfall zu unterstützen; jeder Strandbesucher könnte etwas tun.
sueddeutsche.de

PANDASTISCH

HINTERGRUND

Forschung aus dem All. Die Internationale Raumstation ISS ist gerade im Zentrum des Interesses von Biologen und Klimaforschern. Denn die Icarus-Antennen gehen in Betrieb und empfangen Daten von der Erde; Lieferanten der Informationen sind Tiere. „Icarus“ steht für „International Cooperation for Animal Research Using Space“ – ein Großprojekt für die weltumspannende Tierbeobachtung aus dem All. Während Biologen bislang vor allem einzelne Tiere und Ökosysteme beobachten und erforschen könnten, erlaubt das Icarus-Projekt die Beobachtung des weltweiten Zusammenspiels der Tiere. Die Forscher wollen einen gigantischen Atlas des Tierlebens schaffen, der sich ständig aktualisiert und ein Abbild von Vogelflügen und Insektenwanderungen, von Brut- und Rückzugsgebieten liefert. Tausende Tiere funken mit winzigen Sendern ihre Positionsdaten und Informationen wie Körpertemperatur ins All.
stern.de, mpg.de

Landwirte arbeiten an Umweltschutz. Eine Arbeitsgruppe von Landwirten und Umweltministerin Svenja Schulze haben Vorschläge für einen Beitrag zur Lösung des Klimawandels vorgestellt. Viel CO2 wird gebunden, wenn im Boden verschiedene Lebenwesen wie Würmer, Insekten oder Pilze leben; dafür muss es mehr konservierende Bodenbearbeitung geben, die den Aufabu in der Erde möglichst wenig stört. Hilfreich sind robuste Pflanzengemeinschaften statt empfindlicher Sorten, die Pflanzenschutzmittel brauchen. Zu den langfristigen Maßnahmen gehören aber auch faire Preise für die landwirtschaftlichen Produkte. Auch das Fördersystem der EU müsste sich ändern, weg von den reinen Flächenprämien hin zu mehr Naturschutz.
tagesspiegel.de

Mythen über die Wespe. Egal ob beim Picknick oder Grillen im Freien, beim Spaziergang oder beim Eis essen – plötzlich summt es ganz bedrohlich und Wespen zeigen sich. Wespen fühlen sich durch Essen, Getränke, aber auch Parfüms eingeladen. Von den 360 Wespenarten, die es in Deutschland gibt, sind nur zwei lästig. Und war nicht nur für den Menschen. Wespen leben nur einen Sommer lang und ernähren sich hauptsächlich von Eisweiss, um die Larven zu versorgen; eigentlich haben sie es deswegen auf Insekten abgesehen und regulieren so den Naturhaushalt. Später brauchen sie für ihr eigenes Überleben vor allem Zucker. Es hilft weder nach den Tieren zu schlagen, noch zu pusten; das Kohlenstoffdioxid in unserem Atem löst bei Wespen ein Alarmsignal aus und lässt sie panisch werden.
blog.wwf.de (Tipps für den Umgang); zeit.de (Interview Biologin Melanie von Orlow)

KOMMENTAR

Deutschland ist viel zu zögerlich bei der E-Mobilität. Das rächt sich, fürchtet SZ-Journalist Markus Balser. Die deutsche Politik hinkt hinterher, die ehrgeizigen Ziele bei der E-Mobilität zu erreichen, während andere Länder beherzt voranschreiten. Die Quittung wird die Autoindustrie bekommen. Dabei wäre der Ausbau der Elektromobilität schon jetzt ideal für die die kurzen Wege, die in Ballungszentren zurückgelegt würden. E-Autos wären als leise und schadstofffreie Fahrzeuge eigentlich das ideale Fortbewegungsmittel für wachsende Metropolen. Ausgebremst wird die Technologie vor allem von der fehlenden Lade-Infrastruktur. Mit einem neuen Gesetz sollen Privateleute es leichter haben, selbst für die Ladestationen zu sorgen. Der neue Vorstoß reiche aber bei Weitem nicht aus, kritisiert Balser. Der Vorsprung der deutschen Automobilindustrie ist in Gefahr, weil sich Industrie und Politik an Verbrennungstechnologien klammern, statt den Umbau beherzt voranzutreiben. Wer den Umstieg will, müsse mehr liefern als eine Prämie.
sueddeutsche.de

FOTO DER WOCHE


© Swen Pförtner/dpa

Wegen der anhaltende Trockenheit leer sich in Nordhessen der Edersee extrem schnell und ist nur noch zu rund einem Viertel gefüllt. Die Trockenheit bringt Versunkenes zum Vorschein; die versunkene Ruinen von „Edersee-Atlantis“ sind wieder aufgetaucht. Das Atlantis vom Edersee sind versunkene Ruinen aufgegebener Dörfer.

TIERISCH

Dumme Tiere länger leben. In einem Experiment mit Fasanenküken wiesen Wissenschaftler nach, dass nicht zu den Schlausten und Schnellsten zu gehören die Überlebenschance erhöhen. Die Tiere, die in Kognitionstests besser abschnitten, überlebten in der Wildnis häufig nicht so lange wie dümmere Artgenossen. Zwei Gruppen von in Gefangenschaft lebende Fasanenküken bekamen jeweils eine Lernaufgabe; in beiden Fällen gibt es darum zu begreifen, wo es Leckerbissen gibt. Diese befanden sich in einem grünen Gefäß, aber nicht in einem blauen. Nachdem die Küken das gelernt hatten, drehten die Wissenschaftler die Situation um. Wenige Wochen später wurden die Jungvögel in ein Reservat entlassen. Für die Tiere, denen das Umlernen bei den beiden Aufgaben schwergefallen war, lag die Wahrscheinlichkeit höher als für die Schnellmerker, die erste Zeit im Reservat zu überleben. Die Autoren der Studie bringen es so auf den Punkt: „Die Schnellen sind die Toten.“
sueddeutsche.de

NICHT MEHR GRÜN

Michael Müller fährt den schmutzigsten Dienstwagen. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller fährt den schmutzigsten Politiker-Dienstwagen Deutschlands. Mit 408 Gramm CO2 pro Kilometer ist Müllers Mercedes-Benz S-Guard 600 Limousine „negativer Spitzenreiter“ im zwölften Dienstwagen-Check der Deutschen Umwelthilfe, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Der Test der DUH fällt auch 2018 ernüchternd aus: Gemessen an den realen Verbrauchswerten halte kein einziger Dienstwagen der 236 befragten Bundes- und Landespolitiker den CO2- Grenzwert der EU von 130 Gramm pro Kilometer ein, teilte die Umwelthilfe mit. Daran ändere auch der steigende Anteil von extern aufladbaren Plug-in-Hybriden nichts. Im Gegenteil: Bei der angeblich besonders klimafreundlichen Antriebsart weiche der reale vom offiziellen CO2-Ausstoß besonders stark ab. Der Grund: Diese Fahrzeuge werden überwiegend nicht elektrisch, sondern mit Verbrennungsmotor gefahren.
tagesspiegel.de

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