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NACHRICHTEN

CO2-Emissionen steigen auf Rekordhoch. Zum ersten Mal seit drei Jahren stieg 2017 der CO2-Ausstoß weltweit um 1,6 Prozent. In ihrem „World Energy Outlook“ warnt die Internationale Energieagentur vor einem weiteren Anstieg in diesem Jahr. Vor allem in Asien steigt die Nachfrage nach Energie; die globale Nachfrage wird bis 2040 um mindestens ein Viertel höher liegen als heute. Die IEA beobachtet mehrere Trends: Gas wird in der Energiewelt der Zukunft immer wichtiger, der Handel wird getrieben von Flüssigerdgas. Die Kohle wird hingegen an Bedeutung verlieren. Sogar in China sinkt die Nachfrage. Die erneuerbaren Energien sehen die Experten auf dem Vormarsch.
handelsblatt.com

Kaum Förderung des Radverkehrs. Der Fahrradclub ADFC kritisiert den Bundeshaushalt 2019, weil dort weniger Geld für den Ausbau von Radwegen vorgesehen ist, als zugesagt wurde. Statt 200 Mio. Euro ist das Budget auf 130 Mio. Euro gekürzt worden; dazu kommen noch 22 Mio. Euro für innovative Radprojekte. Der ADFC will zudem ein Pflichtprogramm für den Ausbau von Radwegen entlang von Bundesfernstraßen. Hier würden sich der Bund, der für die Radwege verantwortlich ist und die Länder, die die Radwege bauen, gegenseitig die Verantwortung zuschieben.
taz.de

Bayern im Ranking der Verkehrspolitik hinten. Baden-Württemberg macht am meisten für nachhaltigen Verkehr, dicht gefolgt von Thüringen und Rheinland-Pfalz. Bewertet wurden für den „Bundesländerindex Mobilität und Umwelt“ von Pro Schiene, dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat die Themen Verkehrssicherheit, Lärmminderung, Flächenverbrauch, Klimaschutz und Luftqualität. Baden-Württemberg glänzt bei Verkehrssicherheit und Lärmschutz, in Thüringen hat die Luftqualität gute Noten bekommen. Pro-Schiene-Chef Dirk Flege kritisiert, dass die meisten Länder lediglich auf gesetzlich vorgeschriebene Pläne der Kommunen Bezug nehmen würden; die Bundesländer selbst bemühten sich nicht ausreichend um einen umweltfreundlichen und sicheren Verkehr.
zeit.de

Insektensterben betrifft nicht alle Arten gleichermaßen. Der Entomologische Verein Krefeld hat im Wahnbachtal östlich von Bonn in den Jahren 1989 und 2014 Insekten gefangen und gewogen. Die Bilanz: Die Bestände sind bei den meisten Arten rückläufig, auch einen gewissen Artenschwund konstatierten die Forscher. Martin Sorg vom Entomologischen Verein Krefeld verwies darauf, dass lediglich Fallbeispiele präsentiert würden; man könne aus den Beispielen einzelner Standortvergleiche gewisse Trends erkennen. Die Forscher stießen auch immer wieder auf einzelne Arten, bei denen sie bei der zweiten Untersuchung mehr Exemplare fanden als bei der ersten. All das sind nur Zwischenergebnisse, das Projekt läuft noch bis 2021.
deutschlandfunk.de

Erste Eier ohne Küken-Schreddern kommen in den Handel. Rund 45 Millionen männliche Küken von Legehennen werden jedes Jahr allein in Deutschland getötet. Der Grund: Die Männchen legen keine Eier und setzen beim Mästen nicht genug Fleisch an, ihre Aufzucht ist kurzum nicht wirtschaftlich. Deshalb landen die kleinen Hähnchen im Schredder oder werden vergast. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner will nun der Durchbruch gelungen sein, um das massenhafte Kükentöten zu beenden. Ein neues Verfahren soll schon im Brut-Ei das Geschlecht von Küken bestimmen können. Männliche Küken müssten also gar nicht mehr ausgebrütet werden. „Das ist ein großer Tag für das Tierwohl in Deutschland“, verkündete Klöckner am Donnerstag. Mit diesem Verfahren gebe es keine Rechtfertigung mehr für das Kükentöten. Die ersten Eier, die nach dem neuen Verfahren produziert werden, können Supermarktkunden jetzt in insgesamt 223 Rewe- und Penny-Märkten in Berlin kaufen. 2019 sollen die sogenannten „Respeggt-Freiland-Eier“ dann auch bundesweit erhältlich sein. Tierschützer stellt die neue Methode nicht zufrieden. „Das ist keine Lösung im Sinne einer verantwortungsvollen Tierzucht“, sagt Katrin Wenz, Agrarexpertin der Umweltorganisation BUND. „Hennen müssen auch weiterhin Höchstleistung erbringen.“ Wenz fordert stattdessen ein grundsätzliches Umdenken.
faz.net

Our Planet: Netflix und WWF zeigen erste Bilder ihrer Doku-Serie computerbild.de
Greenpeace-Razzia nach Farb-Aktion in Tiergarten : Berliner Justizsenator Dirk Behrendt schaltet sich ein tagesspiegel.de
Wisente: Zoff um die „Riesenkühe“ in Nordrhein-Westfalen sueddeutsche.de

ZAHL DES TAGES

Insgesamt 44 Kohlekraftwerksblöcke legen Energieversorger in den USA still. Sie sind gegen billiges Fracking-Gas und erneuerbare Energien nicht mehr konkurrenzfähig; zudem sind viele Kraftwerke schlicht veraltet.
bizz-energy.com

ZITAT

„Ökologisches Bewusstsein ist nicht allein bei den Grünen zu Hause – höchstens die überwiegend verstaatlichte Variante davon mit Verboten und Subventionen.“
FDP-Chef Christian Lindner will die Umweltpolitik in Zukunft nicht mehr allein den Grünen überlassen.
goettinger-tageblatt.de

TERMIN

Mit KI die Umwelt retten – Frühstücksdiskussion bei Microsoft Berlin am 21. November. Künstliche Intelligenz bietet auch im Natur- und Umweltschutz ungeahnte Möglichkeiten, etwa in der Landwirtschaft, der Wasserversorgung oder zum Erhalt der Artenvielfalt. „Können wir mit künstlicher Intelligenz die Umwelt retten?“ – darüber diskutiert Marco Vollmar, Mitglied der Geschäftsleitung des WWF in einer Frühstücksdiskussion am Mittwoch den 21. November ab 8:15 Uhr bei Microsoft Berlin. Neben ihm werden auch Dr. Anna Christmann, Sprecherin Innovations- & Technologiepolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen, sowie Astrid Aupperle, Leiterin gesellschaftliches Engagement bei Microsoft Deutschland, an der Debatte teilnehmen. Die Veranstaltung bildet den Auftakt zur Kampagne „Erde an KI – Neue Ideen für unseren Planeten“ mit der Microsoft Umweltprojekte und KI zusammenbringen will. Im Rahmen der globalen Initiative AI for Earth vergibt Microsoft weltweit über einen Zeitraum von 5 Jahren Technologieförderung im Wert von 50 Millionen Euro an Projekte zur Lösung großer Umweltprobleme durch KI. Die Teilnahme melden Sie bitte bei isabel.richter@microsoft.com an.

HINTERGRUND

Pestizide belastet Europas Äcker. Äcker in Europa sind häufig durch einen Mix verschiedener Pflanzenschutzmittel belastet. Eine Studie der niederländischen Landwirtschafts-Universität Wageningen sieht das Vorhandensein von Rückständen gleich mehrerer unterschiedlicher Pestizide eher als die Regel, nicht die Ausnahme. Die Forscher haben Bodenproben aus mehreren EU-Ländern untersucht; in 83 Prozent der Proben fand sich mindestens ein Pestizid, in 58 Prozent sogar mehrere. Die Folgen des Zusammenwirkens verschiedener Pestizid-Reste seien weitgehend unbekannt. Zudem kritisierten die Forscher, dass es in der EU gebe es keine Standards für diese Art von Bodenbelastung gäbe.
handelsblatt.com

EU-Rechnungshof lässt kein gutes Haar an neuer Agrarpolitik: Die Vorschläge der EU-Kommission zur Reform der Agrarpolitik nach 2020 stoßen beim Europäischen Rechnungshof auf scharfe Kritik. In einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht wird bemängelt, dass die Pläne der Kommission einer grüneren und leistungsorientierteren Förderung der Landwirtschaft zuwiderlaufen würden. Die im Juni vorgestellten Pläne für die gemeinsame Agrarpolitik würden den aktuellen Bestimmungen ähneln und wenig ändern. Als Beispiel nennen die Prüfer die Fortsetzung der Direktzahlungen an Landwirte. „Dieses Instrument ist jedoch für die Lösung vieler Umweltprobleme ungeeignet und zugleich nicht der effizienteste Weg, existenzsichernde Einkommen (von Landwirten) zu garantieren“, schreiben die Rechnungsprüfer.
faz.net

Neues Energiewende-Konzept. Heiko von Tschischwitz, Mitgründer von Lichtblick, hat ein neues Produkt „Change“ vorgestellt und will damit den Energiemarkt revolutionieren. Ab November will sein Unternehmen Enyway anfangen, große Solarfreiflächenanlagen zu bauen, an denen sich Bürger schon mit kleinen Beträgen beteiligen können – entweder in der Größe Pizzakarton oder Tischtennisplatte. Ein „Pizzakarton“ kostet für zwei Jahre 39 Euro. Damit soll die staatliche Ökostromförderung überflüssig werden. Mithilfe der Blockchain-Technologie soll der Ökostrom einer bestimmten Solar-Parzelle an den Pächter gehen. Mit einem Pizzakarton kann aber bestenfalls der Strom für das heimischen Laptop abgedeckt werden. Den übrigen Strom, den die Pächter brauchen, liefert ebenfalls Enyway zu dem Preis, zu dem die Firma ihn selbst einkauft. Nur bei den „Pizzakartons“ und „Tischtennisplatten“ streicht Enyway eine kleine Marge ein.
spiegel.de

Kohlendioxid als Auto-Treibstoff extrem klimaschädlich. Eine Analyse des WWF kommt zum Ergebnis, dass eine Weiterentwicklung des schädliche Klimagases Kohlendioxid schädlich ist. An dem Carbon Capture and Utilization genannten Verfahren arbeiten mehrere Forscher und Unternehmen; dabei soll Kohlendioxid gespeichert und in einen Wertstoff umgewandelt werden. Allein schon das speichern verbraucht viel Strom. Dazu kommt, dass Kohlendioxid ex­trem träge ist; auch hier muss viel Energie aufgewendet werden. Deswegen könne vom echten Kohlenstoffkreislauf nicht die Rede sein.
waz.de

Bitcoin verbraucht so viel Strom wie Dänemark: Angesichts des enormen Energieaufwands beim digitalen Schürfen von Bitcoins haben Forscher vor den Folgekosten für die Umwelt gewarnt. 2018 werde für die Herstellung der Kryptowährung mehr Energie als in ganz Dänemark verbraucht, sagte Max Krause vom Oak Ridge Institute for Science and Education. „Wir haben eine völlig neue Industrie, die pro Jahr mehr Energie konsumiert als viele Länder.“ Einer am Montag von Forschern um Krause in der Zeitschrift „Nature Sustainability“ veröffentlichten Studie zufolge wurden für das sogenannte Mining von Bitcoins allein bis Mitte dieses Jahres 30,1 Milliarden Kilowattstunden Strom verbraucht. Zum Vergleich: Dänemark hatte im gesamten Jahr 2015 einen Stromverbrauch von 31,4 Milliarden Kilowattstunden.
spiegel.de

FOTO DER WOCHE

Erster Solarradweg Deutschlands: Ein Radfahrer ist auf dem ersten Solarradweg Deutschlands unterwegs. Die auf Fahrbahnplatten montierten Solarzellen erzeugen auf der 100 Meter langen Solarweg-Teststrecke Sonnenenergie die ins Stromnetz eingespeist wird.
faz.net
Foto: Henning Kaiser/dpa

TIERISCH

Mysterium Kuhhorn. Ein Tierarzt spielte auf seinem Alphorn in der Nähe von Kühen und beobachtete, dass die Tiere mit einem Horn näher kamen und lauschten, während die hornlosen Kühe unbeeindruckt weitertrotteten. Für ihn war damit klar, dass das Kuhhorn ein Wahrnehmungsorgan ist. In das Kuhhorn wird viel hinein interpretiert; es soll für bessere Verdauung der Kühe sorgen und sogar für Milchallergiker eine Lösung sein. Wissenschaftlich bewiesen kaum etwas, was die Befürworter der Hornkuh-Initiative behaupten. Nachgewiesen ist, dass Kühe nach der Enthornung Schmerzen haben; zwar bekommen die Kälber, deren Hornansatz mit einem heissen Eisen ausgebrannt werden, eine Narkose, doch auch am Tag danach haben die Tiere noch Schmerzen.
nzz.ch

NICHT MEHR GRÜN

Dem Hering wird es zu warm. Der Fischbestand in Mecklenburg-Vorpommern ist dramatisch gesunken. Schuld daran ist der Klimawandel. Das Meeresinstituts im Rostocker Fischereihafen hat mit seiner Erhebung einen konkreten Zusammenhang zwischen Meereserwärmung und dem Fischbestand belegt. Auch der Hering kommt selten vor. Fischschwärme fliehen vor steigenden Temperaturen in kältere Gewässer und ziehen etwa in Europa gen Norden. Dabei ändern Fische auch ihre Lebensgewohnheiten; erforscht ist das noch nicht im Detail.
welt.de

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