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NACHRICHTEN

UN-Konferenz zum Schutz der Biodiversität. Noch bis zum 29. November findet im ägyptischen Sharm El-Sheikh die COP 14 zum Schutz der biologischen Vielfalt statt. Das Umweltabkommen ist 1993 in Kraft getreten; 168 Länder haben sich darin verpflichtet, die Lebensräume von Tieren und Pflanzen zu erhalten. Das Artenschutz-Abkommen wurde – wie die Klimakonvention – auf dem UN-Klimagipfel in Rio de Janeiro gestartet. Thema der Konferenz ist die Regulierung von „Neuer Gentechnik“, dazu gehören Synthetic Biology und Techniken wie Crispr.
zdf.de, theguardian.com

EU Rat: Rotstift für Agrarumweltprogramme. Zurzeit finden in Berlin und Brüssel die Haushaltsberatungen statt. Der Rat der Europäischen Union will weniger Mittel für nachhaltige Landwirtschaft zur Verfügung stellen. Im Entwurf der österreichischen Ratspräsidentschaft wird auch vorgeschlagen, den Begleitausschuss erst dann zu hören, wenn wichtige Entscheidungen bereits getroffen sind. Der Begleitausschuss ist ein Kontrollgremium mit Vertretern aus Behörden, Institutionen und Umweltverbänden. Die Pläne stehen auch im Widerspruch zu den Zielen der Bundesregierung. Am Mittwoch will zudem das EU-Parlament seine Agrarreform vorstellen.
sueddeutsche.de

Rote Liste: Besserung für Berggorillas und Finnwale. Die Weltnaturschutzunion IUCN warnt davor, dass zunehmend Meeres- und Flussbewohner vom Aussterben bedroht seien. Ein Grund sei die Überfischung. Der WWF spricht von einem dauerhaften ökologischen Ausnahmezustand. Durch die Nachfrage nach Holzarten in Südostasien führt zum Raubbau bei der Abholzung; eine Gefahr auch für Teile der Vogelwelt. Eine Verbesserung der Situation gibt es für Berggorillas, seit Maßnahmen gegen Wilderer ergriffen wurden. Sie sind nicht mehr „vom Aussterben bedroht“, sondern nur noch „stark gefährdet“. Bei Finn- und Grauwalen ist die Situation auch besser geworden dank des Verbots kommerziellen Walfangs.
zeit.de

Mehr Anstrengungen für Klimaschutz. Rund 60 zivilgesellschaftliche Organisationen haben die Regierung aufgefordert, sich mehr um den Klimaschutz zu bemühen. Deutschland habe bereits ein verlorenes Jahrzehnt hinter sich und drohe ein weiteres zu verlieren. Gemeinsam legten die Organisationen eine Liste mit 56 Maßnahmen vor, die den Klimaschutz verstärken könnten; unter anderem den Anteil an erneuerbaren Energien bis 2030 auf mindestens 75 Prozent zu steigern und neben dem öffentlichen Nahverkehr auch Radfahrer und Fußgänger stärker zu fördern.
deutschlandfunk.de

CO2-Emissionen steigen auf Rekordhoch. Zum ersten Mal seit drei Jahren stieg 2017 der CO2-Ausstoß weltweit um 1,6 Prozent. In ihrem „World Energy Outlook“ warnt die Internationale Energieagentur (IEA) vor einem weiteren Anstieg in diesem Jahr. Vor allem in Asien steigt die Nachfrage nach Energie; die globale Nachfrage wird bis 2040 um mindestens ein Viertel höher liegen als heute. Die IEA beobachtet mehrere Trends: Gas wird in der Energiewelt der Zukunft immer wichtiger, der Handel wird getrieben von Flüssigerdgas. Die Kohle wird hingegen an Bedeutung verlieren. Sogar in China sinkt die Nachfrage. Die erneuerbaren Energien sehen die Experten auf dem Vormarsch.
handelsblatt.com

Illegaler Tierhandel: Löwe im Lamborghini sueddeutsche.de
Frankreich: Massive Proteste gegen Steuererhöhungen auf Treibstoff tagesschau.de
Bits und Bäume: Konferenz zu Digitalisierung und Nachhaltigkeit netzpolitik.org
Kernbrennstoffe: Baden-Württemberg will Belieferung maroder Kernkraftwerke mit im Grenzgebiet stoppen bundesrat.de
Zweifel an Gemeinnützigkeit: Die CDU will der Umwelthilfe ans Geld taz.de

ZAHL DES TAGES

53 Millionen Vögel, darunter viele bedrohte Bestände werden jedes Jahr in den EU-Staaten, Norwegen und der Schweiz abgeschossen. Legal.
spektrum.de

ZITAT

“ Sebastian Copeland, Preisträger des #Bambi2018 in der Kategorie „Unsere Erde“

„Die Natur schreit um Hilfe, aber wir hören nicht zu. Gerade hier in Deutschland, dem Heimatland der Innovation, entwickeln wir weiter Verbrennungsmotoren – und das im Jahr 2018.“
Sebastian Copeland, Preisträger des #Bambi2018 in der Kategorie „Unsere Erde“
twitter.com

HINTERGRUND

Klima und Krankheit setzen Italiens Olivenbäumen zu. Die Ernten der Olivenbauern fällt in diesem Jahr überschaubar aus, das hat auch Auswirkungen auf die Produktion von Olivenöl. Sturmböen und Regen sorgten dafür, dass die Olivenbauern viel früher als sonst mit der Ernte begonnen haben; viele haben Teile ihrer Produktion verloren. Für die wichtige Region Apulien wird ein Einbruch um 58 Prozent prognostiziert.
handelsblatt.com

El Nino: Angst vor der Rückkehr des „Christkindes“. Klimaforscher sehen Anzeigen für eine Rückkehr des Wetterphänomens „El Nino“ mit Dürren, Stürme und Überschwemmungen; Anzeichen sei die Aufheizung das Wasser im östlichen und zentralen Pazifik. Zuletzt wütete El Nino in den Jahren 2015 und 2016 und führte damals zu Ernteausfällen, Waldbränden und Überschwemmungen.
spiegel.de

KOMMENTAR

Artenvielfalt schützt die Erde – und den Menschen. Es ist schön und gut, Gorillas und Wale zu retten. Entscheidend für die Zukunft des Planeten aber wird es sein, auch die kleinen, oft noch gar nicht bekannten Lebewesen zu bewahren, schreibt Tina Baier in der „Süddeutschen“. Der Mangel an Wissen über die Vielfalt der Arten, die vom Aussterben bedroht oder bereits verschwunden sind, sei brandgefährlich. Schutzprogramme für einige wenige spektakuläre Arten seien besser als nichts. Es zeige, dass konsequenter Artenschutz funktioniere. Doch im Vergleich zum gesamten Ausmaß des Artensterbens seien das nur kleine Erfolge.
sueddeutsche.de/

FOTO DER WOCHE

In großen Lettern aus Gülle hat ein Landwirt den Hilferuf „Bitte Regen“ an Petrus geschickt. In Linachtal bei Furtwangen hat es seit Mai nicht mehr richtig geregnet.
swr.de

NICHT MEHR GRÜN

Wale in russischem Gefängnis. Über 100 Meeressäugetiere werden im Osten Russlands in einer Bucht am Japanischen Meer festgehalten. Die Tiere sollen an China verkauft werden. Die Tiere sind in einem kleinen Becken eingepfercht, berichten Umweltschützer. Die Tiere sind in freie Natur gewohnt, bis zu 100 Kilometer am Tag zurückzulegen. Die russische Aufsichtsbehörde hat mehrere Verstöße gegen die Tierhaltungsgesetze festgestellt. Greenpeace forderte die russischen Behörden zudem auf, ein Exportverbot zu verhängen.
stern.de

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