KW 47: Weltklimakonferenz: Themensammlung für nächstes Jahr, BDI-Studie erwartet Wachstumsimpulse durch Klimaschutz, Trumps Trophäenhandel

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NACHRICHTEN

Weltklimakonferenz: Themensammlung für nächstes Jahr: In der Bonner Klimakonferenz sollten die Regeln zur Umsetzung des Weltklimavertrages von Paris präzisiert werden. In Bonn hatte man sämtliche, teils widersprüchliche Vorschläge aufgenommen. Die Gebrauchsanweisung für den Klimavertrag ist so auf 200 Seiten angewachsen. Besonders strittig ist, wie die Verpflichtungen zur Eindämmung des Abgasausstoßes für die verschiedenen Länder ausfallen sollen. Am Ende greift man auf ein bewährtes Konzept zurück: Erst alle Vorschläge sammeln, dann im folgenden Jahr eine zusätzliche Konferenz einberufen und dann erst eine Einigung erzielen.
spiegel.de

BDI-Studie erwartet Wachstumsimpulse durch Klimaschutz: Die deutsche Industrie erwartet, dass die Energiewende und ein entschlossener Klimaschutz die Wirtschaft nicht schwächen, sondern sogar leicht stärken werde. Laut einer unveröffentlichten Studie des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) wird die Einhaltung der internationalen und deutschen Klimaschutzziele in allen gerechneten Szenarien für ein höheres Bruttoinlandsprodukt sorgen. Im Jahr 2050 werde die Wirtschaftsleistung im Vergleich zu einem Referenzszenario ohne ambitionierten Klimaschutz um 0,4 bis 0,9 Prozent höher liegen. Bis dahin sollen die Treibhausgasemissionen um 80 Prozent im Vergleich zu 1990 gesenkt werden.
tagesspiegel.de

Trumps Trophäenhandel: Nach weltweiten Protesten ruderte US-Präsident Donald Trump in Sachen Trophäenhandel noch einmal zurück. Nachdem Trump zunächst die Einfuhr von Trophäen von Großwildjägern aus Sambia und Simbabwe erlaubt hatte, wolle er sich in der Sache noch mal auf den neuesten Stand bringen lassen. Doch die USA folgen eigentlich nur den Europäern. Dort ist die Einfuhr etwa von Elefanten-Stoßzähnen aus Simbabwe und Sambia unter vergleichbaren Bedingungen längst erlaubt. In vielen afrikanischen Ländern wurde die Jagd von Elefanten zuletzt in Maßen erlaubt. Es müssen Zertifikate erworben werden, die dem Naturschutz zugute kommen. Auch muss eine Schussquote eingehalten werden. Weil die Zahl afrikanischer Elefanten in den vergangenen sieben Jahren um etwa ein Drittel geschrumpft ist, darf aber der Erfolg dieser Politik angezweifelt werden.
sueddeutsche.de

Weiteres Urteil zur Elbvertiefung Ende November: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig will in einem weiteren Verfahren zur Elbvertiefung am 28. November sein Urteil verkünden. Die Anzahl der Kläger habe sich reduziert, denn drei Jagdverbände hätten am Freitag einen Vergleich akzeptiert. Verhandelt werden nun die Klagen von Krabbenfischern und Elb-Kommunen. Letztere befürchten unkalkulierbare Folgen für ihren Tourismus. Das Gericht ließ derweil Zweifel durchblicken, ob die Klagen überhaupt zulässig seien. So sind neue Beweisanträge am Freitag nicht zugelassen worden.
ndr.de, abendblatt.de

China: VW kündigt Elektrooffensive an spiegel.de
Berlin: Hauptstadt der Elektroroller tagesspiegel.de
Ökostreber aus Asien: China mausert sich zum Klimaretter taz.de
Norwegens Pensionsfond will jetzt auch Öl-Ausstieg klimaretter.info

ZAHL DES TAGES

795.000 Liter Öl sind bei einem Leck in der Keystone-Pipeline zwischen Kanada und den USA im amerikanischen Bundesstaat South Dakota ausgetreten.
spiegel.de

ZITAT

„As a Catholic, I believe in miracles, but I don’t rely on them.“
Ottmar Edenhofer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung glaubt nicht, dass der Markt allein ausreichen wird, um fossile Brennstoffe zu minimieren.
theconversation.com

PANDASTISCH
Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin bei der DUH, begrüßt das Pfand-System reCup als Alternative zum Einweg-Becher für Kaffeetrinker:

„Die bepfandeten Poolbecher von reCup sind ein cleveres und besonders verbraucherfreundliches System, um den umweltschädlichen Einwegtrend beim Coffee-to-go-Genuss zu stoppen. Wenn Verbraucher die Möglichkeit haben, ihren bepfandeten Mehrwegbecher nach der Nutzung in anderen Cafés schnell wieder abzugeben, dann stärkt das die Akzeptanz von Mehrwegalternativen und macht sie massenmarkttauglich.“
duh.de

HINTERGRUND

Müssen Konzerne für Klimaschäden aufkommen?: Muss der deutsche Kraftwerksbetreiber RWE für Schäden in Peru aufkommen, die dort mutmaßlich durch den Klimawandel verursacht werden? Mit dieser Frage befasst sich seit letzter Woche das Oberlandesgericht Hamm. Geklagt hat der peruanische Bauer Saúl Luciano Lliuya, der sein Haus in Huaraz etwa 450 Kilometer nördlich von Lima von Überschwemmungen bedroht sieht, die mutmaßlich vom Klimawandel verursacht werden. Dafür macht er den Kraftwerksbetreiber RWE mitverantwortlich. Vor Gericht errang er nun einen Etappensieg. Das Gericht habe nach der Interpretation der Umweltorganisation Germanwatch klar zu erkennen gegeben, dass große Emittenten wie RWE grundsätzlich verpflichtet seien, Betroffene von Klimaschäden in armen Ländern zu unterstützen.
tagesspiegel.de, spiegel.de

E-Autoprognose der Internationalen Energieagentur: Nach Ansicht der Internationalen Energieagentur wird das E-Auto auch längerfristig nur einen bescheidenen Anteil zum Klimaschutz leisten. Zwar werde die Anzahl in den kommenden Jahren massiv steigen. Der Ausstoß des Treibhausgases CO2 werde aber dadurch bis zum Jahr 2040 nur um ein Prozent gesenkt. Weil auch Fahrzeuge mit herkömmlichen Antrieben zunehmen werden, werden auch in knapp einem Vierteljahrhundert nur 14 Prozent aller Autos auf der Welt elektrisch betrieben sein.
faz.net

Bundesländerranking: BaWü ganz vorn bei Erneuerbaren: Baden-Württemberg ist führend im Bereich der erneuerbaren Energien. Mecklenburg-Vorpommern und Bayern belegen die Plätze zwei und drei. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg haben für die Agentur für Erneuerbare Energien zum fünften Mal den Ländervergleich erstellt. Hessen, Berlin und das Saarland sind Schlusslichter der Rangliste.
dialog-energie-zukunft.de

Heiliges Blechle blockiert Energiewende: Energiewende und Kohleausstieg werden am Ende nicht ausreichen. Will Deutschland seine Klimaziele erreichen, muss eine alte Liebe hinterfragt werden, die Liebe zum großen und schnellen Auto. Ein erster Versuch bis 2020 eine Million E-Autos auf der Straße zu haben, ist an der Schwerfälligkeit der Autoindustrie, aber auch der Verbraucher gescheitert. Die Autoindustrie schreit nach Hilfe des Staates bei Infrastruktur und Batterietechnik. Experten halten es mit einem Ersatz von Verbrennungsmotoren durch E-Motoren für nicht getan. Wandeln muss sich hingegen eine ganze Kultur der Bewegung hin zu einem Mix aus Fahrrad, Bus und Bahn sowie Formen von Car Sharing.
e360.yale.edu

KOMMMENTAR
Daniel Wetzel (Die Welt) zur Kohle-Ausstiegsinitiative von 20 Ländern: Mehr als 20 Staaten haben sich auf der Weltklimakonferenz in Bonn zu einer Allianz für den Kohleausstieg zusammengeschlossen. Zu den Unterzeichnern gehören  untern anderem Großbritannien, Kanada Frankreich und Italien. Einzeln hatten die Staaten bereits im Vorfeld ihren Ausstieg erklärt. Das maximal mögliche Ausstiegsdatum liegt bei allen im Jahr 2030. Deutschland ist derweil das Ziel heftiger Kritik. Das sei nicht gerechtfertigt, findet Daniel Wetzel in der „Welt“. Die Anti-Kohle-Allianz hätte völlig verschiedene Voraussetzungen. So kann sich Kanada zu 60 Prozent aus Wasserkraft versorgen. Bei anderen Mitgliedern liegt der Anteil des Kohlestroms am Energiemix bei gerade drei Prozent.
welt.de

FOTO DER WOCHE

Vor der Küste Indonesiens sind zehn Pottwale gestrandet. Über 24 Stunden hinweg versuchten Helfer sie zu retten. Sechs Tiere konnten befreit werden, vier starben. Foto: Mahmud Yani
spiegel.de

TIERISCH

Begnadigt: weißer Elch darf weiterleben: In Schweden ist ein schneeweißer Elch gerade noch einmal mit dem Leben davongekommen. Nach Angriffen auf Spaziergänger hätte das Tier eigentlich geschossen werden sollen. Doch nach einer Welle von Protesten hat die Polizei die Jagd eingestellt. Mehr als 50.000 Meschen hatten eine Petition zur Rettung des Tieres unterzeichnet. Von den etwa 300.000 Elchen in Schweden sind nur etwa 100 weiß. Bilder von dem Albino-Elch gingen im Sommer im Internet viral.
spiegel.de

NICHT MEHR GRÜN

Darauf wartet die Welt: Wein aus Ostfriesland: In Berlin hat sich die „Erste Ostfriesische Winzergenossenschaft eG“ gegründet. Hinter dem Deich sollen nun also Reben wachsen. „Der Klimawandel und die Anpassung des Weinrechts machen es möglich“, sagt Torsten Oltmanns, Initiator der Idee. Ostfriesland habe das Zeug, Deutschlands neuste Weinbauregion zu werden. Für die Qualität des nordwestdeutschen Weins steht die Winzerin Angelina Schmücker. Die ehemalige Weinprinzessin Rheinhessens: „Ich freue mich darauf, rheinische Weinkultur nach Ostfriesland zu bringen.“
presseportal.de

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