KW13: EU fordert mehr Anstrengungen gegen Nitrat im Grundwasser, Finanzminister Olaf Scholz hat kein Geld für effiziente Gebäude, zwei Milliarden Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser

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NACHRICHTEN

Es stinkt zum Himmel: EU fordert mehr Anstrengungen gegen Nitrat im Grundwasser. Vor allem in stark landwirtschaftlich geprägten Regionen ist das Grundwasser in Deutschland zu stark mit Nitrat belastet, das zumeist aus Dünger stammt. Nitrat ist für Pflanzen wichtig, doch zu hohe Konzentrationen können schädlich sein. Genau darüber gibt es nun schon länger Ärger zwischen dem deutschen Landwirtschaftsministerium und der EU-Kommission in Brüssel, der die Anstrengungen der deutschen Politik, die Zufuhr von Nitrat ins Grundwasser zu unterbinden, zu lasch sind. Deutschland hat der EU daraufhin in der vergangenen Woche neue Vorschläge zur Bekämpfung des Problems vorgelegt, doch auch die sind der Kommission in Brüssel zu lasch. Bis Ende März hat Deutschland nun Zeit, darauf zu reagieren. Agrarministerin Julia Klöckner verteidigt derweil die Position der Regierung. Sie findet Gewässerschutz zwar wichtig, doch müsse der für Landwirte auch machbar bleiben. Umweltministerin Svenja Schulze hingegen dringt auf ein rasches Handeln der Koalition. Auch bei der Frage des Ausstiegs aus Glyphosat, der im Koalitionsvertrag vorgesehen ist, gibt es zwischen den beiden Ministerinnen Streitigkeiten. Schulze warf Klöckner bei der Zulassung des Unkrautgiftes eigenmächtiges Handeln vor.
spiegel.de

Finanzminister Olaf Scholz hat kein Geld für effiziente Gebäude. Entgegen der klimapolitischen Versprechungen der Bundesregierung sieht der Haushaltsentwurf von Finanzminister Olaf Scholz keine Mittel für die energetische Sanierung des Gebäudebestandes vor. Stattdessen wurden rund 300 Millionen Euro auf die hohe Kante gelegt, um für Strafzahlungen für nicht erreichte Klimaziele im Rahmen des sogenannten Effort-Sharings der Europäischen Union gewappnet zu sein. Vertreter der Energie- und Klimatechnik sowie die Wohnungswirtschaft reagierten empört auf die Pläne. Andreas Mattner, Präsident des Zentralen Immobilien Ausschusses, mahnte, dass mithilfe der Gebäudesanierung die Ökobilanz des Sektors verbessert werden könne. Für Christian Noll, Chef der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz, macht sich die Bundesregierung damit im Hinblick auf ihre Klimapolitik unglaubwürdig. Auch die Opposition im Bundestag schloss sich der Kritik an.
welt.de

UN-Weltwasserbericht: Zwei Milliarden Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser. Laut dem jährlich von der Unesco und deren World Water Assessment Programme erstellen Weltwasserbericht der Vereinten Nationen haben weltweit über zwei Milliarden Menschen keinen dauerhaften Zugang zu sauberem Trinkwasser. 844 Millionen Menschen weltweit müssen mindestens eine halbe Stunde täglich für die Wasserbeschaffung aufwenden oder haben gar keinen Zugang. Die meisten von ihnen leben in Afrika, südlich der Sahelzone haben lediglich 24 Prozent der Bevölkerung Zugang zu sicherem Trinkwasser. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen Stadt und Land: Während weltweit 63 Prozent aller Haushalte in Städten an ein Abwassersystem angeschlossen sind, beträgt die Zahl in ländlichen Gebieten lediglich neun Prozent. Auch sind ohnehin schon aufgrund ihres Geschlechts, Alters oder soziökonomischen Status diskriminierte Gruppen besonders betroffen. Zwar sind hierzulande nahezu alle Haushalte an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen, gleichzeitig ist Deutschland aber auch Mitverursacher von Problemen in den betroffenen Regionen, beispielsweise durch den Import von Baumwolle oder Rindfleisch, deren Produktion gewaltige Wassermengen benötigt.
tagesschau.de

Dicke Luft in der Kommission für Klimaschutz im Verkehr. Der Regierungskommission für den Verkehrsbereich ist es nach längerer Zerrissenheit in den Verhandlungen nicht gelungen, sich auf einen Weg zum Erreichen der Klimaschutzziele für 2030 zu einigen. Am frühen Dienstagmorgen gingen die Kommissionsmitglieder nach 17 Stunden des Verhandelns ohne umfassende Einigung ihrer Wege. Zwar einigte man sich auf ein Maßnahmenpaket von bis zu zehn Millionen Elektro-Pkw bis 2030 und massive Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr, die Bahn und die Digitalisierung des Verkehrs, gleichzeitig jedoch gab es keine Einigung bei einer verbindlichen E-Auto-Quote, einem generellen Tempolimit auf Autobahnen und einem Bonus-Malus-System zur Bewertung klimafreundlicher Autos. Somit konnten wurden keine konkreten Maßnahmen zur Erreichung des Klimaziels 2030 im Verkehr erzielt. Man bedauere, dass es in der Sitzung nicht möglich gewesen sei, sich einvernehmlich auf ein konkretes und wirkungsvolles Maßnahmenpaket zu verständigen, wie die Umweltseite am Dienstagmorgen verlauten ließ. Dies sei um so bedauerlicher, als dass das Klimaschutzziel für den Verkehr mit einem umfassenden Maßnahmenpaket und einer zeitnahen Umsetzung noch eingehalten werden könnte. Der fortschreitende Klimawandel mache wirksame, ambitionierte und schnelle Maßnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens sowie der deutschen und europäischen Klimaschutzziele immer drängender.
tagesschau.de, sueddeutsche.de

NABU Klage gegen Windpark vor Sylt welt.de
Isegrimms kleiner Bruder Der Goldschakal erobert die Wälder t-online.de
Insektengipfel in Brandenburg Debatte über Rettung der Kerbtiere rbb24.de
Wissenschaftler warnen Zu viel Mikroplastik im Boden zdf.de

ZAHL DES TAGES

Über 71.000 Exemplare geschützter Tier- und Pflanzenarten sowie daraus hergestellter Waren stellte der deutsche Zoll im Jahr 2018 sicher. Lebende Tiere werden oft unter erschreckenden Bedingungen, etwa eingepfercht in enge Behältnisse, transportiert. Dabei kalkulieren Schmuggler den Tod der Tiere von vornherein bewusst ein.
zoll.de

ZITAT

„Ich weiß nichts von einem Insektensterben.“
Reinhard Jung, Geschäftsführer vom Bauernbund Brandenburg, zum Insektengipfel des Brandenburger Landwirtschaftsministeriums.
radioeins.de

TERMIN


Am 30. März ist es wieder soweit: Um 20.30 Uhr Ortszeit machen Millionen Menschen, Städte und Wahrzeichen auf der ganzen Welt für eine Stunde das Licht aus. Das ist die Earth Hour. Gemeinsam setzen wir so ein starkes Zeichen für einen lebendigen Planeten und fordern mehr Klimaschutz.
wwf.de

HINTERGRUND

Kritik an Terminals für Fracking-Gas. Ein Bündnis aus 25 Umweltverbänden, Nichtregierungsorganisationen (NROs) und Bürgerinitiativen kritisiert in einer gemeinsamen Stellungnahme die Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums, die Kosten der Infrastruktur für den Import von US-Fracking-Gas auf die Endverbraucher umzuwälzen. Während die Bundesnetzagentur noch Ende vergangenen Jahres mitteilte, dass die Anbindungen von LNG-Terminals aus dem Netzentwicklungsplan Gas 2018 bis 2028 herausgenommen und somit zur finanziellen Verantwortung der Investoren werden sollen, will Wirtschaftsminister Peter Altmaier die Investoren nun von diesen Kosten entlasten, wobei die Endverbraucher dabei das Nachsehen haben. Obwohl mittlerweile feststehe, dass die geplanten LNG-Terminals in Brunsbüttel, Stade und Wilhelmshaven darauf ausgelegt sind, das klimafeindliche US-Fracking-Gas zu importieren, ignoriere die Regierung die klima- und wirtschaftspolitischen Gegenargumente, schreiben die Umweltschützer in einem offenen Brief. Auch Erdgas ist ein fossiler Energieträger, welcher im Konflikt mit einer nachhaltigen Energiegewinnung steht. Auch an der Wirtschaftlichkeit der geplanten Terminals mit Kosten in Milliardenhöhe gibt es Zweifel.
bizz-energy.com

EU will Abschied vom Palmölsprit. Die EU-Kommission hat entschieden, dass der Zusatz von Palmöl im Diesel nicht nachhaltig ist und deshalb auf dem aktuellen Niveau eingefroren und von 2023 bis 2030 schrittweise wieder auf Null heruntergefahren werden muss. Palmöl wurde Diesel ursprünglich in der Hoffnung beigemischt, den Sprit umweltfreundlicher zu machen. Produziert wurden solche Gemische vor allem in den Palmöl produzierenden Ländern wie Indonesien, Malaysia und Kolumbien. Die Entscheidung der EU-Kommission ist auch zurückzuführen auf die Anstrengungen der NGO-Kampagne „NotInMyTank“, die sich für ein Verbot des vermeintlichen „Bio-Diesels“ stark machte. Der Haken an dem EU-Beschluss ist jedoch die Tatsache, dass Palmöl von Plantagen, die kleiner als fünf Hektar sind oder auf bisher „ungenutztem Gelände“ angelegt wurden, weiterhin zugelassen sind. Vermutlich will die Regierung so vor allem die Anbauländer besänftigen. In Frankreich ist Palmöl im Diesel durch eine nationale Regelung bereits ab 2020 untersagt.
fr.de

Kernkraftwerke: Neubauten werden immer teurer. Im September 2019 soll an der Westküste Finnlands mit dem Olkiluoto 3 Europas größtes und modernstes Kernkraftwerk ans Netz gehen. Ab 2020 soll das Kernkraftwerk dann gut ein Zehntel des finnischen Strombedarfs decken. Die Inbetriebnahme erfolgt, wenn alles nach Zeitplan läuft, allerdings mit zehn Jahren Verspätung, und dafür gibt es gute Gründe.  Die Betonstruktur unter dem Reaktordruckbehälter, welche für den Fall einer Kernschmelze für Sicherheit sorgen soll, lässt die Kosten des Projekts explodieren. Daran lässt sich ein globaler Trend abzeichnen, der sich durch erhöhte Sicherheitsmaßnahmen nach der Fukushima-Katastrophe angekündigt hat. Durch gestiegene Kosten werden Neubauten von Kernkraftwerken immer unattraktiver. Selbst in China, wo Kernkraftwerke eigentlich zahlreich neu gebaut werden, scheint die Lust an der Technik vergangen zu sein. Dort sind die Kosten für Wind- und Sonnenenergie mittlerweile 20 Prozent geringer als jene aus Kernkraft.
heise.de

Windkraft, der unterschätzte Insektenkiller. Laut einer Modellrechnung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) werden in den Sommermonaten an jedem Tag in Deutschland Milliarden von Insekten an Windkraftanlagen getötet. Das entspricht Verlusten in Höhe von 1200 Tonnen jährlich. Der Berechnung liegt die Annahme zugrunde, dass während der Insektenflugsaison von April bis Oktober etwa acht Millionen Kubikkilometer Luft durch die Anlagen wehen, was dem Zehnfachen des deutschen Luftraums bis 2000 Metern Höhe entsprechen würde. Allerdings wird die Aussagekraft der Studie angezweifelt. Lars Lachmann vom Naturschutzbund Deutschland hält dagegen, dass allein in deutschen Wäldern jährlich 400 000 Tonnen Insekten von Vögeln gefressen würden. Eine pauschale Gefahr für die Insektenpopulation durch Windräder ließe sich somit nicht ableiten.
faz.net

KOMMENTAR

Die Liberalen verstehen die Welt nicht mehr. Petra Pinzler von „Die Zeit“ findet die Argumentation der Liberalen, Wohlstand auf Autofahren, Fliegen und Fleischessen zu reduzieren, kindisch. Was wohl die vielen in Diktaturen lebenden Menschen denken würden, wenn sie hörten, wie der Freiheitsbegriff auf ein gut gegrilltes Steak und einen Flug nach Malle zusammenschrumpft, fragt Pinzler rhetorisch.
zeit.de

FOTO DER WOCHE

Er gilt als dümmster Fisch der Welt: der Mondfisch. Bei bis zu zwei Tonnen Gewicht verfügen die Knochenfische nur über ein erbsengroßes Gehirn. Eigentlich leben die Tiere im offenen Ozean, in Australien wurde nun ein Exemplar in einer Flussmündung angeschwemmt.


Foto: Linette Grzelak / National Parks South Australia

TIERISCH

Da waren es nur noch Zehn. Der Vaquita Schweinswal, der vor der Küste Mexikos lebt, ist wohl nicht mehr zu retten. Bei der letzten Zählung durch Forscher gab es nur noch zehn Exemplare. Grund für den drastischen Rückgang im Bestand ist vor allem die illegale Fischerei. Experten fordern nun eine permanente Überwachung der Tiere sowie ihres Lebensraums.
nzz.ch

NICHT MEHR GRÜN

Da war was im Busch: Spaziergängerin findet in Hamburger Park ein Nashorn. Eine Spaziergängerin hat beim Gassigehen mit ihrem Hund im Hamburger Staatsforst ein 45 Zentimeter langes Rhinozeros-Horn gefunden, welches eingewickelt in Zeitungspapier und eine Plastiktüte am Wildschutzzaun an der A7 lag. Die Finderin brachte das Horn zur Polizei, wo es derzeit kriminaltechnisch untersucht wird, auch die Fachdienststelle für Artenschutz ermittelt. Nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen sind Rhinozeros-Hörner streng geschützt. Wie das Horn dort hin gelangen konnte, ist jedoch ein Rätsel. Das Horn könnte aus einem Auto geworfen oder von einem Fußgänger dort abgelegt worden sein. Über die Dimension ihres Fundes, dessen Wert mindestens 250.000 Euro betragen soll, war sich die Spaziergängerin nicht bewusst.
abendblatt.de

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