KW4: Grüne Woche – Streit ums Grundsätzliche, World Risiko Report des Weltwirtschaftsforums, Tempolimit für den Klimaschutz?, Diät für zehn Milliarden Menschen

0

NACHRICHTEN

Grüne Woche: Streit ums Grundsätzliche. Unter dem Motto „Wir haben Agrarindustrie satt!“ demonstrierten mehrere Tausend Menschen in Berlin gegen die Agrarpolitik der EU. Die Demonstranten forderten einen besseren Schutz von Umwelt und Tieren. Anlass der Demo war die Landwirtschaftsmesse „Grüne Woche“ in Berlin. Die Teilnehmer übergaben zu Anfang eine Protestnote an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und die versammelten 70 Agrarminister aus aller Welt. Sie fordern eine zukunftsfähige EU-Agrarreform, eine Abkehr von pauschalen Flächensubventionen sowie eine Unterstützung für eine klimaschonende und umweltfreundliche bäuerliche Landwirtschaft mit artgerechter Tierhaltung. Rund 100 Organisationen aus der Landwirtschaft, der Entwicklungspolitik sowie dem Umwelt- und Tierschutz unterstützten den Aufruf. Jährlich werden in der EU rund 60 Milliarden Euro an EU-Agrargeldern ausgeschüttet, wovon der Großteil als pauschale Subventionen je Hektar Fläche gezahlt wird. Dies gehe gegen die Interessen von kleineren Betrieben, die mit geringeren Subventionen auskommen müssen. Anstelle der industriellen Landwirtschaft wird eine auf ökologischen Prinzipien basierende Agrarpolitik gefordert.
zeit.de

Allianz gegen Plastikmüll. Am Mittwoch haben knapp 30 Konzerne aus der Chemieindustrie in London eine Allianz gegen Plastikmüll ins Leben gerufen. Laut dem Verband der Chemischen Industrie (VCI) sollen in den nächsten fünf Jahren rund 1,5 Milliarden Dollar in Projekte investiert werden, die das Sammeln, Recyceln und die Wiederverwertung von Plastikmüll zum Ziel haben. Zudem soll das Geld in Reinigungsaktionen und Informationen fließen. Als deutsche Unternehmen sind in der Allianz die Unternehmen BASF, Covestro und Henkel vertreten. Hans Van Bylen, Vorstandsvorsitzender von Henkel und Präsident des VCI sagte, dass Kunststoffe leistungsfähig, vielseitig einsetzbar und ressourcenschonend seien und auf keinen Fall als Abfall ins Meer oder in die Umwelt gelangen dürften. Die „Allianz gegen Plastikmüll in der Umwelt“ wolle sich zunächst auf Regionen konzentrieren, die hauptsächlich für Plastikmüll in den Meeren verantwortlich seien: Asien-Pazifik und Afrika.
faz.net

World Risiko Report des Weltwirtschaftsforums. Der aktuelle Global Risk Report des Weltwirtschaftsforums (WEF) zeichnet ein düsteres Bild für die Zukunft. Naturkatastrophen, Datenkriminalität, Cyber-Attacken, menschengemachte Umweltkatastrophen und umfangreiche unfreiwillige Migration sollen auf die Menschheit zukommen. Die 107-seitige Studie beginnt mit der Frage „Schlafwandelt die Welt in eine Krise?“. Den Ergebnissen der Studie zufolge scheint diese Frage angebracht, denn der WEF stellte fest, dass der kollektive Wille, sich diesen Problemen zu stellen, schwindet, und die Spaltung stattdessen zunimmt. Das Risiko des Klimawandels wird lediglich übertroffen vom Gefahrenpotenzial, das durch den Einsatz von Massenvernichtungswaffen ausgeht. Traditionell stellt das Weltwirtschaftsforum den Weltrisikobericht rund eine Woche vor Beginn der Jahrestagung im schweizerischen Davos vor.
wiwo.de

Schülerstreik für den Klimaschutz. Die Sorge ums Klima treibt Deutschlands Teenager auf die Straßen. In rund 50 deutschen Städten haben sich Schüler zu Streiks zusammengetan. Die Jugend ist umweltpolitisch so interessiert wie selten zuvor. Dem Beispiel der schwedischen Schülerin Greta Thunberg, die an Freitagen für den Umweltschutz protestiert, statt in die Schule zu gehen, hat sich in Deutschland das Bündnis „Fridays for Future“ gebildet. Jugendforscher Klaus Hurrelmann von der Hertie School of Governance stellt fest, dass Deutschlands Teenager das Thema Umweltschutz seit langem am meisten interessiert. Die Zahlen von Umweltverbänden spiegeln das gewachsene Umweltbewusstsein der Jugend wider. Beim WWF sind bundesweit rund 12.000 Jugendliche aktiv.
dw.com

Tempolimit für den Klimaschutz? Eine Regierungskommission, in der unter anderem die IG Metall, der ADAC, die Bahn sowie Umweltverbände vertreten sind, hat ein bei Deutschen besonders umstrittenes Thema wieder in die Diskussion gebracht – ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Ziel ist es, die Umwelt durch verminderte CO2-Emissionen zu schützen, wenn der Verkehr nur noch mit maximal 130 Stundenkilometern durch Deutschland schnellt. Die Bundesregierung hat sich in dieser Angelegenheit bisher nicht positioniert, Regierungssprecher Steffen Seibert gab bekannt, dass man bis Ende Februar das weitere Vorgehen mit Blick auf ein Klimaschutzgesetz abstimmen wolle. Verkehrsminister Andreas Scheuer lehnte die Überlegungen bisher kategorisch ab.
tagesschau.de

Strukturwandel Kohleausstieg mit goldenem Handschlag n-tv.de
Kawenzmänner im Anmarsch Höhere Wellen durch wärmeres Klima klimareporter.de
#10yearchallenge Bittere Bilder aus der Natur watson.ch
Pionier des Umweltjournalismus Horst Stern verstirbt im Alter von 96 Jahren tagesschau.de

ZAHL DES TAGES

Die 26 reichsten Milliardäre der Welt haben zusammen mehr Vermögen als die 3,8 Milliarden ärmsten Menschen der Welt. Dies geht aus Oxfams aktuellem Jahresbericht hervor.
dw.com

ZITAT

„Von allen Risiken ist es bei der Umwelt am offensichtlichsten, dass die Welt in eine Katastrophe steuert.“
So heißt es im aktuellen Global Risk Report des Weltwirtschaftsforums. Dort werden Wetterextreme als das größte Risiko für die Welt angeführt.
augsburger-allgemeine.de

HINTERGRUND

Diät, die alle satt macht – Speiseplan für zehn Milliarden Menschen. Eine Kommission aus 37 renommierten Wissenschaftern hat nun den idealen und in jeder Weltregion umsetzbaren Speisezettel aufgestellt, um Klima, Umwelt und Ressourcen zu schützen. Aufgrund dieser Speisepläne könnte sogar eine Weltbevölkerung von 10 Milliarden Menschen ernährt werden, ohne dass die ökologische Stabilität in Gefahr geriete. Dafür ist jedoch insbesondere in den Industrieländern eine radikale Ernährungsumstellung notwendig. Auf dem Speiseplan stehen pro Tag unter anderem 43 Gramm Fleisch, 500 Gramm Gemüse und Obst und 125 Gramm Hülsenfrüchte und Nüsse pro Person. Derzeit verzehrt der Durchschnittsdeutsche täglich rund 165 Gramm Fleisch. Weltweit müsste der Konsum roten Fleischs, also Rind, Schwein und Lamm, um 50 Prozent reduziert werden, um das Ziel einer global gesunden und nachhaltigen Ernährung zu erreichen.
nzz.ch

Deutscher Dreck an Malaysias Stränden. Deutsche Haushalte produzieren jährlich hunderttausende Tonnen Plastikabfall. Ein großer Teil davon landet im Ausland, wie zum Beispiel in Malaysia, wo das Plastik die Strände vermüllt. Insgesamt etwa 686000 Tonnen Altplastik hat der Staat Malaysia nach UN-Angaben von Januar bis Oktober 2018 aus dem Ausland importiert. Der größte Lieferant sind die Vereinigten Staaten, Deutschland nimmt nach Japan den dritten Platz ein. In Jenjarom, einem Distrikt westlich der Metropole Kuala Lumpur, formiert sich nun Widerstand gegen die Berge aus Plastikmüll aus aller Welt. Nicht verwertbare Abfälle werden angezündet, meist nachts, die giftigen Dämpfe rauben den Bewohnern den Schlaf. Mittlerweile ist Malaysia zum wichtigsten Importland für Plastikabfälle geworden.
projekte.sueddeutsche.de

Wen macht die Banane krumm? In deutschen Discountern ist ein Kilo Bananen für weniger als ein Euro keine Seltenheit. Bananen müssen monatelang reifen, gepflückt, gewaschen und über den Ozean transportiert werden, bevor sie in speziellen Anlagen nachreifen und verkauft werden können. Für die Produzenten bleibt da nichts mehr übrig. Obwohl Oxfam seit Jahren die Missstände anprangert, stammt nur jede zehnte in Deutschland verkaufte Banane aus fairer Produktion. Der Discounter Lidl will nun von Billigbananen auf fair produziertes Obst umsteigen, doch sollte Lidl damit der einzige Supermarkt bleiben, hat das Unternehmen ein Problem. Verbraucher sind oft nicht bereit, höhere Preise für Bananen auszugeben. Ein nachhaltiger Anbau von Bananen wäre ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der Klimaziele und zur Bekämpfung von Armut. Der Handel trägt da eine besondere Verantwortung.
sueddeutsche.de

KOMMENTAR

Stephan Börnecke, Umwelt- und Ernährungsexperte, schreibt in der Frankfurter Rundschau über eine verfehlte Agrarpolitik der öden Äcker. Die Artenvielfalt gehe zurück, die Verantwortlichen reagieren jedoch kaum.
fr.de

FOTO DER WOCHE


Greenpeace warnt mit einem großen Thermometer vor dem Kraftwerk Niederaußem und unterstreicht damit die Forderung nach einem Ausstieg aus der Kohleverstromung.
Foto: Greenpeace

TIERISCH

Romeo und Julia bei den Amphibien. Hoffen auf ein Happy End für den Sehuencas-Wasserfrosch.
traunsteiner-tagblatt.de

KINO

Ailos Reise. Der französische Regisseur Guillaume Maidatchevsky begleitete ein Jahr lang ein neugeborenes Rentier durch die eisigen Weiten Lapplands und stellt sich damit in die Tradition der Tier-Dokumentation nach Jamie Uys mit „Die lustige Welt der Tiere“. Ohne falsche Niedlichkeit wird ein optisch herausragendes Portrait der Landschaft und der Tiere des Nordens gezeichnet. Geeignet für Groß und Klein gleichermaßen.


filmstarts.de

NICHT MEHR GRÜN

Schlechte Nachrichten für Kaffeeliebhaber. Auf Kaffeliebhaber könnten harte Zeiten zukommen, denn der Klimawandel bedroht die braunen Bohnen. Der britische Botaniker Aaron Davis verbrachte 30 Jahre mit der Aufzeichnung des Schicksals einer Pflanze, die viele interessieren dürfte – Kaffee. Davis hat festgestellt, dass es aufgrund des Klimawandels in den typischen Anbaugebieten, wie beispielsweise Äthiopien, immer schwieriger wird, Kaffee anzubauen. Von den 124 Kaffeespezies der Welt sind 60 Prozent vom Aussterben bedroht. Dabei handelt es sich insbesondere um die wilden Kaffeespezies. Zwar wird der Großteil dieser Pflanzenarten nicht für den Kaffeekonsum angebaut, sie sind jedoch maßgeblich für ein funktionierendes Ökosystem und somit für einen guten Ertrag der Kaffeebauern mitverantwortlich.
nytimes.com

Share.




Comments are closed.