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NACHRICHTEN

Umweltministerium will Plastikmüll reduzieren. Mit freiwilliger Selbstverpflichtung und gesetzlichen Regelungen soll ein Fünf-Punkte-Plan zur Reduzierung von Plastikmüll beitragen. Im Handel sollen Plastikverpackungen, etwa von Obst und Gemüse, zum Beispiel durch Laser-Kennzeichnungen oder Mehrweg-Netze ersetzt werden. Die Regierung will ein europaweites Verbot von bestimmten Einwegartikeln wie Plastikgeschirr oder Strohhalme unterstützen. Auch sollen Wasserspender an öffentlichen Orten aufgestellt werden. Damit könnten Menschen ihre Wasserflaschen nachfüllen, hieß es weiter. Die Recyclingquoten für Kunststoffverpackungen soll erhöht werden.
fr.de, bmu.de

Kohlekommission muss nachsitzen. Auf Druck der ostdeutschen Bundesländer Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt wird noch einmal über Strukturhilfen für die betroffenen Braunkohleregionen gesprochen; dafür wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Ursprünglich wollte die Kommission ihre Arbeit Ende November beenden und ihre Empfehlungen aussprechen. Das nächste Treffen soll nun Mitte Dezember stattfinden. Kritisiert wurde auch, dass es bisher keine ausreichende Koordinierung innerhalb der Bundesregierung gibt. An dem Treffen am Montag hatten Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Finanzminister Olaf Scholz teilgenommen. Die Vorschläge der Kohlekommission sind unverbindlich, die Umsetzung liegt bei der Politik.
spiegel.de, zeit.de

Nachhaltigkeit als Investment-Kriterium. Europa steht, laut dem Morningstar Nachhaltigkeits-Atlas, nicht schlecht da. Führend ist die Niederlande mit 61,7 von 100 maximal möglichen Punkten; geschuldet der sehr guten Bilanz der Halbleitertechnik-Holding ASML Holding und des Finanzdienstleisters ING Groep. Finnland ist mit Nokia, des u.a. für Fahrstühle bekannte Industrieunternehmens Kone und des Holzverarbeiters und Papierherstellers UPM-Kymmene auf Platz 2. Portugal im Ranking auf Platz 3. Russland, China, aber auch die USA schneiden schlecht ab. Die DZ Bank kritisiert das Ranking, weil bei einigen Indizes wenige nachhaltige Unternehmen den Ausschlag geben können.
handelsblatt.com

Greenpeace energy will Braunkohlerevier kaufen. Greenpeace wolle die Braunkohle-Tagebauen und -Kraftwerken des RWE-Konzerns im Rheinischen Revier übernehmen und von 2020 bis 2025 stufenweise stilllegen. Auf den Tagebauflächen sollen Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 8,2 Gigawatt entstehen. Der Aufbau würde den Greenpeace-Berechnungen zufolge rund sieben Milliarden Euro kosten. Notwendig sei eine Einigung mit RWE sowie eine staatliche Unterstützung des Strukturwandels.
maz-online.de

Norddeutsche haben den höchsten Energieverbrauch: Bei einem Vergleich des Energieverbrauchs 2017 in Mehrfamilienhäusern landete die schleswig-holsteinische Stadt Rendsburg unter 140 Städten auf dem ersten Platz. Das teilte der Energiedienstleister Techem mit. Die Rendsburger verbrauchten 178 Kilowattstunden Energie je Quadratmeter Wohnfläche für Heizung und Warmwasser und lagen damit trotz Sparbemühungen vor Lübeck und Salzgitter. Derweil will der Gesetzgeber die Standards für Energieeffizienz bei Neubauten nicht verschärfen, meldet Tagesspiegel Background Energie und berichtet aus einer zwischen Innen- und Wirtschaftsministerium abgestimmten Papier.
fr.de (Energieverbrauch); tagesspiegel.de (Energie-Effizienz)

Fragwürdige Flugreisen: Chef des UN-Umweltprogramms Erik Solheim tritt zurück zeit.de
WWF-Bericht: Quecksilber vergiftet den Amazonas deutschlandfunk.de
Biodiversität: Bürgerbewegung für biologische Vielfalt fr.de
Microsoft: Künstliche Intelligenz im Dienste des Umweltschutzes energiezukunft.eu

ZAHL DES TAGES

Auf 405,5 ppm stieg nach Angaben der UN-Wetterorganisation WMO die CO2-Konzentration im vergangenen Jahr. Ein neuer Rekord. Es gebe kaum noch Zeit, gegenzusteuern, erklärte der UN-Generalsekretär für Meteorologie Petteri Taalas. Ohne eine Verringerung von CO2 und anderen Treibhausgasen werde der Klimawandel zerstörerische und unumkehrbare Folgen für die Erde haben. Taalas nannte in diesem Zusammenhang den Anstieg der Meeresspiegel, die Versauerung der Weltmeere und mehr extreme Wettersituationen.
br.de

ZITAT

„Die Bewahrung der Schöpfung ist Kern unserer DNA als CDU. Wir brauchen wieder viel stärker christdemokratische Antworten auf Umweltthemen.“
CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer entdeckt das Umwelt-Thema für ihre Partei.
twitter.com

PANDASTISCH

 

HINTERGRUND

Müll auf den Meeren präzise orten. Die Organisation „The Ocean Cleanup“ will die Weltmeere vom Plastikmüll befreien und hat ein System entwickelt, mit denen Plastikteile auf den Ozeanen automatisch eingesammelt werden können. Unterstützt wird die Organisation von der Universität Oldenburg, die dabei helfen, den Plastikmüll überhaupt aufzuspüren. Müll bewege sich ständig im Wasser, für Aufräum-Aktionen sei es wichtig zu wissen, wo genau sich welche Mengen an Kunststoff befinden. Mit der Technik der Wissenschaftler können treibende Geisternetze, Plastikteile und anderer Müll automatisch georten werden. Die Daten kommen aus einem Forschungsflugzeug, das mit Kameras und Infrarotspektrometern ausgestattet ist. Es gibt zwei charakteristische Frequenzbereiche, in denen der Plastikmüll Licht absorbieren. Was mit dem Forschungsflugzeug möglich ist, geht auch mit einem Satelliten.
welt.de

Biogas-Branche kämpft ums Überleben. Einst galt Biogas als Heilsbringer der grünen Wende, drei Jahre vor dem Ende der staatlichen Förderung aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz ist Ernüchterung eingekehrt. Immerhin acht Prozent des deutschen Ökostroms kommt aus Biogas und versorgen rund acht Millionen Haushalte. Das Problem beim Biogas: Es braucht nachwachsende Rohstoffe und das kostet Geld. Zu teuer, befand die Bundesregierung und reduzierte die Förderungen für Bioenergie massiv. Im vergangenen Jahr wurden 120 Anlagen gebaut, zur Spitzenzeiten 2011 waren es noch über 1.500. Dutzende Biogas-Unternehmen sind mittlerweile pleite, das Geschäft wandert ab.
handelsblatt.com

Carsharing senkt nicht die Zahl der Autos. Bei reinen Free-Floating-Angeboten, bei denen Autos ohne feste Stationen zurückgegeben werden, fällt die erhofften Entlastungseffekte für den Verkehr vergleichsweise gering aus. Eine Studie zeigt: Während bei stationsbasierten Carsharing-Angeboten auf 1000 registrierte Nutzer in innerstädtischen Wohnquartieren 108 zugelassene Pkw kommen, besitzen 1000 Kunden der Free-Floating-Anbieter 485 Fahrzeuge. Der Grund: Drive Now oder Car2Go sprechen verstärkt autoaffine Personen an, Nutzer stationsbasierter Vermieter seien stärker motiviert, auf ein eigenes Auto zu verzichten.
n-tv.de

Reederei Hurtigruten will Fischreste für Antrieb ihrer Kreuzfahrtschiffe nutzen. Die Reste aus der fischverarbeitenden Industrie und andere organische Abfälle würden zu Biogas verarbeitet, das dann verflüssigt werde und den Treibstoff Schweröl ersetze. Mit Biogas als Schiffsantrieb werde Hurtigruten die erste Reederei, deren Schiffe ohne fossile Energie auskämen. Hurtigruten besitzt eine Flotte von 17 Schiffe.
n-tv.de

KOMMENTAR

Ist der Club of Rome noch zeitgemäß? Lob bekommt die Organisation im „Pro & Contra“ von Claudia Ehrenstein. Mit dem Buch „Die Grenzen des Wachstums“ sei das Bewusstsein einer ganzen Generation verändert worden und sei immer noch aktuell. Es habe eine Diskussion angestoßen und an den Erfindergeist des Menschen und seine Intelligenz appelliert. Reinhard Mohr argumentiert, dass mit dem Buch eines schlechten Weltgewissens, ein diffuses Schuldgefühl entstanden sei. Mit der Gründung des Club of Rome sei aber Katastrophen-Business, professionelle Apokalypse-Prophetie, Weltrettungsprogramme im Jetset-Rhythmus als Geschäftszweig entstanden.
welt.de

FOTO DER WOCHE

Totgesagte leben länger. In Thüringer Wäldern ist ein äußerst seltener Käfer wieder aufgetaucht. Es handelt sich um einen Ripidius-Käfer, der im Freistaat als ausgestorben galt. Zuletzt wurde ein Exemplar 1853 in Thüringen nachgewiesen.
mdr.de

TIERISCH

Termitenstadt so groß wie Großbritannien. Nahe der Savanne von Caatinga in Brasilien gibt es rund 200 Millionen Termitenhügel, teilweise sind sie bis zu 4000 Jahre alt. Zwei Wissenschaftler haben die etwa 200 Millionen nahezu baugleichen Termitenhügel untersucht, die sich über 230.000 Quadratkilometer erstrecken. Umgerechnet haben die Termiten rund 4000 Cheops-Pyramiden erschaffen.
tagesanzeiger.ch

NICHT MEHR GRÜN

7900 Quadratkilometer Regenwald binnen eines Jahres abgeholzt. Expandierende Landwirtschaft in Brasilien sorgt für den Raubbau an der Natur. Brasilien müsse den Kampf gegen Umweltverstöße ausweiten und die nachhaltige Entwicklung des Bioms schützen, sagte Umweltminister Edson Duarte. Der neu gewählte Präsident Jair Bolsonaro hatte im Wahlkampf angekündigt, eine Straße durch den Regenwald asphaltieren zu lassen und eine Fusion von Umwelt- mit dem Landwirtschaftsministerium vorzunehmen.
spiegel.de

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