KW49: Tabubruch – Genmanipulation an Babies, EU-Klimaziel 2050, UN-Konferenz zum Artentod, Klimagipfel in Kattowitz

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NACHRICHTEN

Tabubruch: Genmanipulation an Babies. Der chinesische Forscher He Jiankui musste seine Forschung an genmanipulierten Babies auf Drängen der chinesischen Regierung beenden. Der Wissenschaftler behauptete in einem Video, er habe mithilfe des Genverfahrens „Crispr“ genetische Informationen von durch künstliche Befruchtung gezeugten Zwillingsschwestern verändert und sie so resistent gegen HIV gemacht. Die Regierung in Peking verurteile das Handeln von Jiankui scharf und bezeichnete es als schwerwiegenden Verstoß gegen nationale Vorschriften und ethische Richtlinien. Eine Untersuchung des Falls wurde angeordnet.
zeit.de

EU-Klimaziel 2050. Vor dem Auftakt des Klimagipfels in Kattowitz hat die EU-Kommission ihre langfristigen Klimaziele zum Jahr 2050 vorgestellt. Laut der Kommission sind rund drei Viertel der Emissionen auf auf fossile Energien zurückzuführen. Der Umstieg auf erneuerbare Energien stellt also ein zentrales Anliegen der Strategie dar. Auch durch eine effizientere Gebäudedämmung verspricht sich die Kommission eine Verringerung des Treibhausgasausstoßes. Klimakommissar Miguel Arias Canete bezeichnet das Strategiepapier als Impulsgeber im Umgang mit den Pariser Klimazielen. Der WWF kritisierte, dass mit den bisherigen Maßnahmen mit Einsparungen von lediglich 60 Prozent zu rechnen sei. Die Weltbank teilte derweil mit, 200 Milliarden Euro Klimahilfen für Entwicklungsländer zur Verfügung zu stellen und damit ihre Ausgaben für den Green Climate Fund zu verdoppeln. Ebenfalls vorgestellt wurde der Klimabericht von Germanwatch, der ein düsteres Bild für die Zukunft unter der Klimaerwärmung zeichnet.
deutschlandfunk.defaz.netzdf.de

UN-Konferenz zum Artentod: Und keiner schaut hin. Nach dem Ende des zweiwöchigen UNO Weltnaturschutzgipfels im ägyptischen Scharm al-Scheich zeigten sich die Unterhändler der 196 Teilnehmerstaaten ernüchtert. Die Konferenz ging ohne bemerkenswerte mediale Aufmerksamkeit zu Ende. Dabei sind die Ergebnisse des Gipfels umso bedeutender für die Politik: Die zwanzig großen Naturschutzziele für das Jahr 2020, auf die man sich 2010 im japanischen Nagoya geeignet hatte, sind nicht mehr zu erreichen. Auch die zunehmende Skepsis am Multilateralismus seitens vieler Länder behinderte die Verhandlungen. Die Entwicklungsländer forderten außerdem die Beteiligung am Profiten aus Forschung. WWF-Pressesprecherin Wiebke Elbe beklagt die Versäumnisse der internationalen Gemeinschaft: Lebensraum werde nicht erhalten, die Meere werden weiterhin überfischt. Elbe forderte ein starkes und verbindliches Abkommen.
spiegel.dedeutschlandfunk.de

Start des Klimagipfels in Kattowitz. Umweltministerin Svenja Schulze zeigte sich für zum Auftakt des Klimagipfels im polnischen Kattowitz optimistisch über mögliche Ergebnisse der Konferenz. Deutschland komme als Industrienation eine Vorreiter- und Vorbildrolle im Klimawandel zu. Kritik daran äußerten die Grünen, die auf das Verfehlen der Klimaziele 2020 sowie die Vertagung der Entscheidung der Kohlekommission auf nächstes Jahr hinwiesen. Einen Tag vor dem Beginn der Klimakonferenz versammelten sich in Köln und Berlin Zehntausende Demonstranten, um den Ausstieg aus der Kohlenergie zu fordern.
tagesschau.de

Wolfsattacke am Friedhof? Es war wohl doch kein Wolf spiegel.de
Klimagipfel 2019: Brasilien lädt aus deutschlandfunk.de
Projekt Neue Seidenstraße: Todesfalle für die letzten Orangs tagesanzeiger.ch
Ferkelkastration: Die Qual geht weiter ruhrnachrichten.de

ZAHL DES TAGES

Jährlich werden rund ums Mittelmeer etwa 25 Millionen Zugvögel illegal gefangen oder geschossen.
sueddeutsche.de

ZITAT

„If we don’t take action, the collapse of our civilisations, and the extinction of much of the natural world, is on the horizon.“
Naturfilmer David Attenborough auf dem Klimagipfel COP24 in Polen
bbc.com

 

HINTERGRUND

Neue Studie: Krank durch Klimawandel – lautet einer neuen Studie, die im Fachmagazin The Lancet erschienen ist und die Arbeit von mehr als 20 wissenschaftlichen Institutionen und und UN-Abteilungen zum Thema Klimawandel bündelt ist die Gesundheit von immer mehr Menschen durch den Klimawandel bedroht. Im Jahr 2017 waren beispielsweise 18 Millionen Menschen mehr extremen Temperaturen ausgesetzt als noch im Jahr 2016. Hitzeperioden führen zu immer mehr Arbeitsausfällen, extreme Wettereignisse verursachten Verluste von mehr als 288 Milliarden Euro. Auch die Luftverschmutzung steigt mit der Hitze. Besonders gefährdet sind alte und kranke Menschen. Positiv merkte die Studie an, dass der weltweite Kohleverbrauch in den letzten 5 Jahren gesunken sei und erneuerbare Energien im Aufschwung seien.
süddeutsche.de

Zoff um Putins Pipeline: Die Kritik an der geplanten Erdgaspipeline wird immer lauter, die Konflikte kochen über. Politiker der Grünen und CDU machen Druck auf die Regierung, das Projekt zu stoppen. Die geplante Pipeline soll über 1200 km durch die Ostsee Erdgas aus der Barentsee nach Ostdeutschland transportieren. Neben der Regierung Polens, Dänemarks und der baltischen Staaten wuchs auch der innenpolitische Druck. Durch den Bau der Pipeline könnte der Anteil an russischem Erdgas von 40 auf 60 Prozent steigen – es wird eine geopolitische Abhängigkeit befürchtet.
fr.de

Der Preis des Autofahrens lügt nach wie vor: Durch das Auto entstehen viele Folgekosten, die durch den alleinigen Preis des Autofahrens nicht abgedeckt sind – Unfälle, Luftverschmutzung, Umweltschäden und Lärm. In der Wirtschaftswissenschaft nennt man diese Faktoren „externe Kosten“. Das Auto ist somit indirekt subventioniert, die Kosten tragen alle. Laut einer Untersuchung des Umweltbundesamtes entstehen durch jeden gefahrenen Kilometer externe Kosten zwischen fünf und fünfzehn Cent, oder zwischen 700 und 2100 Euro pro Autofahrer und Jahr. Um die Klimapolitik in Bewegung zu bringen, müssten die Kosten für das Autofahren an diese Faktoren angepasst werden.
edition.faz.net

KOMMENTAR

Dass viele Tierarten vom Aussterben bedroht sind und ihre Bestände immer kleiner werden, ist längst nichts Neues. Jetzt stellte sich jedoch heraus, dass eine neue Tiergruppe rasant in Zahlen abnimmt: Die Insekten. Die New York Times sprach sogar schon von der Insektenapokalypse. Laut einer Studie sind seit den achtziger Jahren in Nordwestdeutschen Naturschutzgebieten die Bestände von Schmetterlingen und Bienen drastisch zurück gegangen. Globale Entwicklungen bestätigen, dass es sich um keinen Einzelfall handelt. Die Umwandlung von natürlichen Lebensräumen in Kulturlandschaften macht einer Vielzahl von Insekten das Leben schwer. Auch die Vereinzelung von Lebensräumen trägt dazu bei. Die Folgen für das Ökosystem sind drastisch. Bei einem Rückfall der Insektenzahlen ist mit einem ökologischen Kollaps zu rechnen.

spektrum.de

FOTO DER WOCHE


Nashorn in der Grube. Naturschützer haben eines der letzten Sumatra Nashörner auf Borneo gefangen. In Freiheit hat die Art kaum noch eine Überlebenschance. Die Nashorn-Art ist mit weniger als 80 Exemplaren eines der am stärksten gefährdeten Säugetiere der Welt. Die Rettungsaktion hat das Ziel, die extrem bedrohten Tiere in  Zuchtstationen wieder zu vermehren.
nationalgeographic.com

TIERISCH

Schildkröten werden uralt und bekommen fast nie Krebs. Wissenschaftler suchten im Erbgut von Seychellen-Riesenschildkröten nach Anhaltspunkten, warum Schildkröten so alt werden. Ein Grund dafür könnte der langsame Stoffwechsel sein. Auch ein starkes Immunsystem führt wohl zu einem längeren Leben. Einzig der Grönlandhai wird noch älter als die kürzlich als letzte ihrer Art verstorbene Pinta-Schildkröte: Bis zu 500 Jahre.

süddeutsche.de

NICHT MEHR GRÜN

Weil immer mehr SUVs auf unseren Straßen rollen und es dadurch oft eng wird, fordert der ADAC nicht etwa die Rückbesinnung auf kleinere Modelle, sondern spricht sich stattdessen für noch breitere Autos aus. Auf die Idee, nach der sich die Städte den bizarren Autowünschen anpassen müssten, kann man nur kommen, wenn man das seit Jahrtausenden kaum größer gewordene menschliche Hirn ständig andieselt.

sueddeutsche.de taz.de

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