KW6: Australien zwischen Sintflut und extremer Dürre, UBA bescheinigt Fortschritte bei Luftreinigung, Bayerisches Volksbegehren gegen das Artensterben geplant

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NACHRICHTEN

Australien zwischen Sintflut und extremer Dürre: Australien ist das Land der Klimaskeptiker. Gerade dort zeigt sich das Klima gerade von seiner extremsten Seite. Während im tropischen Norden des Landes, im Bundesstaat Queensland, Menschen mit Booten aus ihren Häusern evakuiert werden müssen, weil tagelange Regenfälle für Überflutungen sorgen, werden im trockenen South Australia um die Stadt Adelaide Hitzerekorde gebrochen. Queensland erlebt das schlimmste Hochwasser seit 1998, dort fiel mehr als ein Meter Regen in einer Woche – das Zwanzigfache des normalen Durchschnitts. Im Süden müssen Landwirte monatlich 25.000 Dollar aufbringen, um ihre Herden am Leben zu erhalten, während durch die extreme Dürre kaum noch Landwirtschaft möglich ist. Bei 49,5 Grad verendeten Wildpferde, Fledermäuse fielen tot vom Himmel, und Fische starben in ausgetrockneten Wasserläufen. Dass die Wetterextreme die Leute nun zu einem Umdenken bewegen, könnte jedoch weiterhin unwahrscheinlich sein. In Australiens Regierung hat der Klimaschutz keine Priorität. Zwar ist Australien einer der sonnenreichsten Kontinente, dennoch wird ein Großteil der Energie mit Kohle produziert, weitere Kohleminen sind in Planung. Australiens CO2-Ausstoß ist einer der höchsten der Welt.
tagesschau.de

Aufatmen: UBA bescheinigt Fortschritte bei Luftreinigung. Das Umwelt-Bundesamt (UBA) hat seine neuesten Daten zur Luftqualität in deutschen Städten vorgelegt. Die Daten zeigen, dass die Luft in den Städten nur wenig besser geworden ist. Zwar wurde in mindestens 35 Städten der EU-Grenzwert für Stickstoffdioxid überschritten, jedoch war es auch vier deutschen Städten möglich, die Grenzwertüberschreitung zu stoppen. Dafür kamen nun Leipzig und Koblenz als Städte mit Stickstoffdioxidbelastungen über dem Limit dazu. Im Durchschnitt ergibt sich trotz allem ein positives Bild: Rund 2 Mikrogramm pro Kubikmeter hat die Luftverschmutzung deutschlandweit abgenommen. Meldeten 2017 noch 45 Prozent der Stationen zu hohe Werte, waren es 2018 nur noch 39 Prozent. Das UBA schätzt, das dafür vor allem Tempolimits, Verkehrsbeschränkungen sowie neuartige Automodelle verantwortlich sind. Die positivste Entwicklung gab es in Sachen Feinstaub: Erstmalig seit 2005 wurden die Grenzwerte in keinem Ballungsgebiet mehr überschritten.
welt.de

Kernkraft: Bärendienst für den Umweltschutz. Die Atomkraft zählte lange Zeit zu den großen Feinden der Umweltbewegung. Atomkraft? Nein Danke. Mittlerweile bietet sich jedoch ein differenzierteres Bild. Erst am Ende des vergangenen Jahres fand in München das „Nuclear Pride Fest“ statt, auf dem Aktivisten einen Ausbau der Atomenergie zum Klimaschutz fordern. Auch Prominente Stimmen wie die von Bill Gates und Forschern fordern, mehr in die Atomenergie zu investieren. Schließlich gilt sie als CO2-freie Energiegewinnungsmethode. Im Gegensatz zu Kohle oder Gas verursache die Spaltung von Atomkernen keine Kohlendioxid-Emissionen, der Klimawandel könne so gebremst werden. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) müssten rund 1000 neue Kernkraftwerke gebaut werden, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Auch wird Atomenergie immer teurer, während erneuerbare Energien wie Wind und Solar erschwinglicher werden. Die Kernkraft ist also neben den Sicherheitsrisiken auch ökonomisch fraglich. Dass beispielsweise Bill Gates sich für sie einsetzt, könnte auch andere Gründe haben: Dem Microsoft-Gründer gehört die Firma TerraPower, die an neuartigen Atomreaktoren forscht.
sueddeutsche.de

Rettet die Bienen: Bayerisches Volksbegehren gegen das Artensterben geplant. Am 31. Januar startete in Bayern offiziell das Volksbegehren „Rettet die Bienen“, welches von der ÖDP und den Grünen initiiert wurde. Das Volksbegehren Artenvielfalt & Naturschönheit in Bayern gibt allen Wahlberechtigten in Bayern für zwei Wochen, bis zum 13. Februar, die Möglichkeit, seine Stimme für das Volksbegehren abzugeben und die Initiative somit zu unterstützen. Eine der zentralen Forderungen ist, den Anteil der ökologisch bewirtschafteten Flächen in Bayern schrittweise von den derzeitigen zehn Prozent auf 20 sowie 30 Prozent bis 2030 zu erhöhen. Die CSU und der Bauernverband sehen darin eine Gefahr vor allem für Kleinbauern. Der Bio-Markt sei außerdem schon gesättigt – insbesondere im Bereich der Milchprodukte ist dies schon jetzt der Fall. Auch wird vor einem „Bauernbashing“ gewarnt. Landwirte würden durch die Iniative zu sehr in die Mangel genommen, existierender Druck weiter erhöht. Damit das Volksbegehren erfolgreich ist, müssen zehn Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme dafür abgeben. Das sind in Bayern rund 950.000 Bürger. Danach wäre der Landtag am Zug, der das Begehren annehmen oder ablehnen kann.
merkur.de

Die Zukunft des Planeten entscheidet sich in Asien. Das enorme Wirtschaftswachstum asiatischer Länder in den letzten Jahrzehnten geht mit einem enormen Energiebedarf einher. Allen voran die Volksrepublik China benötigt als einer der größten Produzenten der Weltwirtschaft gewaltige Energiemassen, hat gleichzeitig jedoch nur unzureichende Schutzmaßnahmen für die Umwelt. An Bilder von Menschen mit Masken, die sich vor Smog schützen, haben wir uns längst gewöhnt. Stefanie Lang, Asien-Expertin des WWF, hält fest, dass das Wohl der Welt auch ein großes Stück von der Umweltpolitik in den asiatischen Ländern abhängt. Doch die Länder nehmen auch Chancen wahr: In einigen Bereichen wird Umweltschutz als Chance für die Entwicklung neuer Technologien genutzt. In Vietnam ist ein Großteil der neu zugelassenen Motorroller mittlerweile elektrisch betrieben, in Sri Lanka werden E-Autos staatlich gefördert. Am Dienstag beginnt in vielen asiatischen Ländern das chinesische Neujahr. Es ist das Jahr des Schweins – es könnte auch eine sinnvolle Erinnerung an den Artenschutz sein.
waz-online.de

Zigarettenkippen: Massenweise Sondermüll in der Landschaft weser-kurier.de
Mikroplastik: Umwelt geht durch den Magen aerztezeitung.de
Guatemala: Wenn die Kaffeepflanze durchdreht jungle.world

ZAHL DES TAGES

Rund 210 000 artengeschützte Glasaale haben Frankfurter Zollfahnder in einem geschlossenen China-Restaurant im hessischen Liederbach retten können. Drei mutmaßliche Täter wurden festgenommen.
fr.de

ZITAT

„So wie sie derzeit betrieben wird, ist die konventionelle Landwirtschaft der größte Umweltschädling überhaupt. Wenn wir die konventionelle Landwirtschaft ökologisieren, hat das viel mehr Effekt als zusätzliche Milliardensubventionen für den Bio-Landbau.“
Thilo Bode, Foodwatch-Gründer und ehemaliger Geschäftsführer bei Greenpeace, will sich für eine ökologische Landwirtschaft und bessere Lebensmittel einsetzen.
sueddeutsche.de

PANDASTISCH

Krokodile im Vorgarten. In der australischen Stadt Townsville im Bundesstaat Queensland sind innerhalb einiger Tage die Regenmassen eines ganzen Jahres gefallen. Weite Teile der Stadt sind überflutet, es gab bereits zwei Tote. Zahlreiche Menschen mussten aus ihren Häusern evakuiert werden. Mit den Wassermassen werden jedoch auch einige ungebetene Gäste in die Vorgärten gespült, allen voran Salzwasser-Krokodile, von den Australiern auch „Salties“ genannt. Auch Schlangen sollen gesichtet worden sein. Polizei und Behörden warnen die Bewohner eindringlich davor, durch die Wassermassen zu waten. Neben hygienischen Bedenken kann das vor allem lebensgefährlich sein.
diepresse.com

HINTERGRUND

Die Bodenhaftung verloren. In Sachen Klimaschutz wird der Blick oft nach Oben gerichtet: In den Himmel zum Beispiel, es wird debattiert über Luftverschmutzung und CO2-Ausstöße oder den Zustand der Atmosphäre. Dabei wird oft vergessen, den Blick nach unten zu werfen und sich zu fragen, wie es den Organismen in unseren Böden geht. Gute Böden sind schließlich unabdingbar für ein funktionierendes Ökosystem und eine effektive Landwirtschaft. Rund ein Drittel des Weidelandes und ein Viertel der Acker- und Waldböden sind bereits stark beeinträchtigt worden. 10 Millionen Hektar davon gehen jedes Jahr verloren, Tendenz steigend. Böden werden zu Wüsten, oder sie werden zubetoniert mit Straßen, Parkplätzen und Gebäuden. Die wachsende Weltbevölkerung werde sich so kaum ernähren lassen, warnt Maria Flachsbarth, Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium. In einem Hektar Wald sind insgesamt rund 15 Tonnen Mikrobe, Pilze, Termiten, Spinnen, Asseln, Larven und Mäuse tätig, um den Kreislauf am Laufen zu halten. Über den unterirdischen Kosmos wissen wir dennoch oft viel zu wenig.
zeit.de

Bananen: Wer ist der Fairste im ganzen Land? Bananen zählen zu den beliebtesten Früchten in Deutschland. Dementsprechend sind auch fair gehandelte Bananen immer beliebter, der Markt ist entsprechend groß. Lidl hat im Herbst vergangenen Jahres angekündigt, ausschließlich Bio-Bananen verkaufen zu wollen, und machte auf der diesjährigen Grünen Woche in Berlin mit einem großen Werbeauftritt auf sich aufmerksam. Das setzte die Konkurrenz unter Druck, schließlich sind korrekte Produkte bei Deutschen im Trend. Das sorgte bei Edeka für Ärger, der darauf aufmerksam machte, dass die Kette schon seit 2014 fair gehandelte Bananen im Angebot habe. Auch Aldi und andere Discounter zogen mittlerweile nach. Ein ähnliches Beispiel gab es schon bei Eiern: Nachdem ein Zahlencode eindeutig auf die Haltungsbedingungen aufmerksam machte, sind Eier aus Kleingruppenhaltung quasi vom Markt verschwunden. Bei der Banane könnte es nun ähnlich sein.
welt.de

Kongo: Kampf um Kobald. Die Demokratische Republik Kongo gilt als einer der rohstoffreichsten Staaten Afrikas. Das zentralafrikanische Land hat die weltweit größten Reserven an Koltan und deckte 2017 geschätzte 58 Prozent der weltweiten Förderung von Kobalt ab. Auch Kupfer exportiert das Land in großen Mengen. Kupfer ist für die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien unerlässlich, die in Laptops oder Smartphones verbaut werden. Laut Artikel 58 der kongolesischen Verfassung muss der Staat die Bürger an seinen Reichtümern beteiligen – davon spüren seine Bürger allerdings nichts. Laut Weltbank leben 64 Prozent der rund 77 Millionen Einwohner in Armut. Der größte Teil der Erträge geht in die Hände des ehemaligen Präsidenten Joseph Kabila, der nach 17 Jahren sein Amt nun an Félix Tshisekedi abgegeben hat. Seiner Familie gehören über einhundert Förderlizenzen für Gold, Diamanten und andere Rohstoffe, rund 70.000 Hektar Farmland und große Anteile an Mobilfunkfirmen, Fluggesellschaften und Banken. Die Rohstoffe werden derweil durch die sogenannten „creuseurs“ abgebaut – oft Kinder, ausgestattet mit Spaten, Spitzhacken und ihren bloßen Händen.
zeit.de

FOTO DER WOCHE


Ran an den Speck. Am 5. Februar beginnt nach dem chinesischen Kalender das Jahr des Schweins. Einige von ihnen sind inzwischen ziemlich selten, so z.B. das blonde Wollschwein, das von der GEH zum Gefährdeten Nutztier 2019 gekürt wurde.
g-e-h.de

TERMINHINWEIS


microsoft-berlin.de

KOMMENTAR

Fragwürdige Stimmungsmache. Christina Deckwirth, Campaignerin bei Lobbycontrol, kritisiert im Handelsblatt die Stimmungsmache gegen die Deutsche Umwelthilfe. Sie hält dies für einen gefährlichen Angriff auf die Meinungsfreiheit der Zivilgesellschaft.
handelsblatt.com

NICHT MEHR GRÜN

Auch das noch: Gift im Dildo. Für die Stiftung Warentest war es ihr erstes Mal – mit einem Sexspielzeug. Orgasmushilfen sind vermutlich so alt wie Menschheit selbst, doch bisher scheint niemand auf die Idee gekommen zu sein, diese den gleichen Tests zu unterziehen wie andere Produkte. Das könnte einen guten Grund haben, weil die Ergebnisse uns die Lust verderben könnten. Von den insgesamt 18 Vibratoren, Liebeskugeln und Penisringen, die die Stiftung Warentest untersucht hatte, waren nur drei frei von Schadstoffen. Mit dabei war anderem ein Weichmacher, der unfruchtbar machen und Krebs erzeugen kann.
zeitjung.de

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