KW7: Bayerisches Volksbegehren gegen den Artentod auf der Zielgeraden, es darf ein bisschen mehr Tierwohl sein, EnBW plant Riesensolarpark in Brandenburg

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NACHRICHTEN

Auf der Zielgeraden: Bayerisches Volksbegehren gegen den Artentod. Das Volksbegehren „Rettet die Bienen und die Bauern“ in Bayern kann sich über einen Massenhaften Zulauf freuen. Bereits mehr als 900.000 Bürgerinnen und Bürger haben sich bis zum Montag in die Listen eintragen lassen, in vielen Städten wurde die nötige zehn Prozent-Hürde bereits geknackt. Damit das Volksbegehren erfolgreich ist, fehlen bis zum 13. Februar derzeit noch 50.000 Stimmen. Die von den bayrischen Umweltschutzorganisationen BUND und Landesbund für Vogelschutz sowie den Parteien Die Grünen sowie der ÖDP getragene Initiative fordert unter anderem das Schaffen von Biotopverbünden, einen verringerten Einsatz von Pestiziden, eine Ausweitung des Biolandbaus auf 30 Prozent der Nutzfläche sowie mehr Blühwiesen. Kritik an dem Volksbegehren kommt weiterhin vor allem von den Bauern selber, die sich dadurch unrechtmäßig schikaniert fühlen. Zur Artensterben tragen schließlich auch Städter bei, argumentieren sie. Nach Ende des Volksbegehrens kann der bayerische Landtag es entweder einfach umsetzen oder einen eigenen Vorschlag machen, so dass dann zwischen zwei Vorschlägen entschieden werden kann.
spektrum.de

Tierwohl: Es darf ein bisschen mehr sein. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner stellte ein neues staatliches Label für das Tierwohl vor, mit der Verbraucher erkennen können, nach welchen Standards Schweine und Geflügel gehalten werden. Das Label soll in einer dreistufigen Kennzeichnung über die Haltungsbedingungen der Tiere von der Geburt bis zur Schlachtung informieren. Klöckner erhofft sich, dass damit neben einer besseren Information der Verbraucher auch die Landwirte zur Verbesserung ihrer Tierhaltung angeregt werden. So ist etwa geplant, die gesetzlich vorgeschriebenen 21 Tage des Säugens von Ferkeln auf 25 zu erhöhen, in der höchsten Stufe sollen es 35 Tage sein. Auch sollen die Tiere mindestens 20 Prozent mehr Platz bekommen. In der untersten Stufe sollen es 0,9 Quadratmeter sein, in der obersten Stufe sind 1,5 Quadratmeter inklusive einem halben Quadratmeter Auslauf geplant. Die Änderungen führten laut Klöckner zu höheren Preisen bei Verbrauchern, die dann bewusst in bessere Haltungsbedingungen investieren könnten. Kritiker werfen Klöckner vor, mit der neuen Kennzeichnung Verbrauchertäuschung zu betreiben – das Label habe den Namen „Tierwohl“ nicht verdient. Greenpeace wirft der Landwirtschaftsministerin vor, zu lasche Regeln anzuwenden und schlechte Tierhaltung mit vermeintlichen Qualitätsstandards aufzuwerten, statt Missstände zu beseitigen.
spiegel.de

Im Osten geht die Sonne auf: EnBW plant Riesensolarpark in Brandenburg. Deutschland ist Europas Solarland Nummer eins. Rund 1,7 Millionen Solaranlagen sind inzwischen auf deutschen Dächern und Feldern installiert. Und das, obwohl der Solarenergie vor allen bei den Konzernen ein negatives Image anhängt. Ex-RWE-Chef Jürgen Großmann machte sich Anfang 2012 öffentlich über diese Form der Energiegewinnung lustig. Photovoltaik mache hierzulande in etwa so viel Sinn wie das Züchten von Ananas in Alaska. Grund für den Enthusiasmus bei den Verbrauchern dürften vor allem großzügige Subventionen sein. Doch damit bricht das Energieversorgungsunternehmen EnBW nun. In Brandenburg plant der Konzern Deutschlands größten Solarpark, die Investitionen in Höhe von geschätzten 120 bis 150 Millionen Euro will der Konzern ohne staatliche Hilfe stemmen. Nach Fertigstellung könnte der Park auf einer Fläche von 164 Hektar bis zu 175 Megawatt Strom produzieren. Damit könnten rund 50.000 Haushalte versorgt und gleichzeitig CO2-Emissionen von rund 125.000 Tonnen pro Jahr eingespart werden.
handelsblatt.com

Stromverbrauch: Milliardengeschenke an die Industrie. Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen geht hervor, dass die deutsche Industrie im Jahr 2017 rund acht Milliarden Euro Subventionen auf ihre Stromrechnungen erhalten hat. Neben mittelständischen Unternehmen profitierten davon unter anderem Konzerne wie ThyssenKrupp, ExxonMobil, Knauf, HeidelbergCement und die Deutsche Bahn. Der geringere Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien sowie geringere Gebühren für den Erhalt und Neubau von Stromnetzen geht auf Lasten der einfachen Verbraucher, die höhere Aufschläge auf ihre Stromrechnung hinnehmen müssen. Die Bundesregierung verteidigt die Subventionen damit, dass günstige Strompreise ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für die Industrie seien. Energie- und klimapolitische Maßnahmen dürften für die Industrie nicht zu Nachteilen gegenüber ausländischen Konkurrenten führen, so die Regierung in ihrer Antwort. Oliver Krischer,  stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen, kritisiert das undurchsichtige System der Subventionen. Oft sei nicht ersichtlich, wieso gewisse Unternehmen überhaupt Vergünstigungen erhalten.
spiegel.de

Studie Bibbern aus Angst vor der Erderhitzung tagesschau.de
Wetteraufzeichnungen 2018 wieder eines der wärmsten Jahre heise.de
Zum Fressen gern Viele Großtiere starben aus, weil sie schlicht gegessen wurden sueddeutsche.de
USA Demokraten wollen Green New Deal taz.de

ZAHL DES TAGES

Rund 20.000 tote Trottellummen sind in den vergangenen Wochen an der niederländischen Küste angespült worden. Auch an der niedersächsischen Küste sind die toten Vögel gefunden worden, wie das niedersächsische Umweltministerium bestätigte. Ob das Massensterben mit der Havarie des Megafrachters „MSC Zoe“ im Zusammenhang steht, ist noch unklar.
ndr.de

ZITAT

„Wir müssen weg vom Wachstum um jeden Preis, hin zu einem nachhaltigen Umgang mit den Gütern.“
WWF-Vorstand Eberhard Brandes zieht bei der Vorstellung des Jahresberichts Bilanz und fordert ein bewussteres Konsumverhalten.
wwf.de

HINTERGRUND

Gasausstieg: Druck auf Europäische Investitionsbank. Mehrere NGOs haben sich zu der Kampagne „Fossil Free EIB“ zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist es, die Europäische Investitionsbank davon abzuhalten, in Projekte mit fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl und Gas zu investieren. Die EIB ist mit einem Kapital von 243 Milliarden Euro der größte zwischenstaatliche Kreditgeber der Welt. Seit Anfang Januar befragt die EIB die Öffentlichkeit zu ihrer Finanzierungspolitik im Energiesektor. Noch bis Ende März kann jeder Beiträge dazu einreichen. Hintergrund ist, dass bis Mitte diesen Jahres dem Verwaltungsrat neue Vergaberichtlinien für Energieprojekte vorgelegt werden sollen. Dem Bündnis „Fossil Free EIB“ reicht diese Kampagne jedoch nicht. Es argumentiert, dass sich die Bank mit der Finanzierung der Fossilindustrie sowie der Nutzung von Gas als Brückentechnologie in die entgegengesetzte Richtung bewege. Zu dem Bündnis zählen neben dem WWF unter anderem die deutsche Umweltschutzorganisation urgewald sowie 350.org.
taz.de

Deutsche E-Autos ohne Batterien. Die deutschen Autohersteller sind bemüht, künftig mehr E-Autos zu produzieren. Das wichtigste Bauteil dabei werden die Hersteller allerdings nicht selbst produzieren, sondern bei Zulieferern wie LG, Samsung und CATL in Asien bestellen. So hat allein Daimler Batteriezellen im Wert von rund 20 Milliarden Euro bis 2030 bei großen asiatischen Produzenten bestellt, bei VW doppelt so viel. Bis zum Jahr 2025 will VW weltweit jährlich etwa drei Millionen Elektrofahrzeuge produzieren, die Schwerpunkte liegen anfangs auf Europa und China. Branchenexperten sind sich einig, dass sich rein batteriegetriebene Fahrzeuge dauerhaft gegenüber Hybrid-Autos durchsetzen werden. Dies könnte jedoch zu Engpässen in der Lieferung von Batteriezellen führen. BASF beispielsweise liefert das Kathodenmaterial, das in jeder Batterie gebraucht wird. BASF-Vorstandschef Martin Brudermüller rechnet damit, dass eine Expansion nötig sein wird, um den Bedarf zu befriedigen. Die Chemiebranche sieht sich zu kapitalintensiven Investitionen gezwungen.
handelsblatt.com

Düstere Zukunftsprognose für Insekten. Chinesische und australische Forscher kommen in einer Metastudie zu dem Ergebnis, dass 40 Prozent der Insektenarten in den nächsten Jahrzehnten verschwinden werden. Die Forscher stützen sich auf ihre Auswertung von 73 Studien zum Insektensterben. Daher fordern sie, dass dringend Maßnahmen ergriffen werden müssen, denn Insekten sind für das Ökosystem essentiell. Ein Grund für das Insektensterben sei in Europa in der Landwirtschaft zu finden. Der Entomologe Tomas Schmitt führt dies auf die Umstellung zur industriellen Landwirtschaft zurück. Diese hätte ein artenarmes System begünstigt. Sogar Regenwälder werden so zu Monokulturen, die industrielle Landwirtschaft ist mittlerweile in allen Gegenden der Welt präsent. So gingen die Bestände der Insekten immer weiter zurück.
deutschlandfunknova.de

KOMMENTAR

Ende Gelände. Katrin Henneberger von der NGO „Ende Gelände“ erläutert in einem Gastbeitrag für den Freitag, warum ziviler Ungehorsam notwendig sei, um der Klimakrise zu begegnen. Ein wenig mehr Ökostrom und ein bisschen weniger Auto fahren reiche nicht aus, um dem Problem zu begegnen. Daher blockiere die Initiative Tagebaue und Kohlekraftwerke. So soll stillgelegt werden, was schon längst hätte abgeschaltet werden müssen.
freitag.de

FOTO DER WOCHE

Ein Polarbär schaut in eine Arktisstation auf dem Franz Josef Land Archipel.
Foto: picture alliance/Vera Kostamo/Sputnik/dpa

TIERISCH

Geschmacksache. Eichhörnchen vom Grill watson.de
Brummende Superhirne. Bienen können rechnen scinexx.de

TERMINHINWEIS


microsoft-berlin.de

NICHT MEHR GRÜN

Valentinstag im Zoo. Ein Zoo im US-amerikanischen Texas hat sich zum kommenden Valentinstag am 14. Februar eine besonders morbide PR-Aktion einfallen lassen. Bis zum 10. Februar konnten User den Namen ihrer Ex-Partner an die Facebookseite des El Paso Zoos senden. Die gesammelten Einsendungen werden dann zum Futter der Erdmännchen. Die Kakerlaken werden nach den Namen der Ex-Partner benannt und an die Tiere verfüttert, ein Live-Stream übertragt das Geschehen für jene, die nicht vor Ort dabei sein können, ins Internet. Laut Sarah Borrego, der Koordinatorin für Events im Zoo El Paso, sei dies eine unterhaltsame Art, die Zoo-Community in den tierischen Alltag einzubinden. Ein Zoo im südenglischen Kent hat ähnliche Pläne. 
welt.de

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